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Die Ersten Christen

Das Wort Christ, Christen kommt vom griechischen Wort „christianos“ – einer, der an den Christos, den Gesalbten, den Messias glaubt.

Messias, der Gesalbte, ist die hebräische Form von Christus.

Die Apostelgeschichte wurde zwischen 80 und 90 unserer Zeitrechnung geschrieben.

Der erste Petrusbrief wurde kurz vor dem Tod des Apostels geschrieben, also zwischen 64 und 67 unserer Zeitrechnung.

Apg 11,26: Barnabas fand Paulus und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal ChristenChristianous.

Apg 26,28: Darauf sagte Agrippa zu Paulus: Fast überredest du mich dazu, mich als Christ auszugeben – Christianon.

1 Pet 4,16: Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen, indem er sich zu diesem Namen bekennt – Christianos.

Was taten die ersten Christen? Wie haben sie ihr Leben organisiert?
Wo lebten sie?
Wohin gingen die ersten Jünger?

Jesu Auftrag lautet: geht hinaus:

(Mt 28,16-20: 16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.)

Der urchristliche Glaube richtet sich in erster Linie nach der Person des auferstandenen Jesus. Der Glaubensinhalt ist Christus, der gestorben und auferstanden ist. Einzelne Ereignisse aus dem Leben Jesu (wie seine Wunder) spielen in den ersten Jahrzehnten keine bedeutende Rolle; die Wirklichkeit seines Menschseins und des Todes, das Kreuz als die Heilstat sind die Zentralpunkte. Die Auferstehung Jesu ist der zentrale Glaubensinhalt; von ihr her fällt Licht auf sein irdisches Leben.

Gastfreundschaft der ersten Christen:

Die Vorbilder kommen aus der hebräischen Bibel Abraham, Lot, Tobias …
Geschwisterliebe und Gastfreundschaft sind für die ersten Christen Glaubens-Bekenntnisse. Der Austausch zwischen den Gemeinden kommt im Briefwechsel zum Ausdruck und bildet Gemeinschaft.

Die Ausbreitung des Christentums:

Das Christentum entstand aus dem Judentum. Der Prozess der Trennung, der im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung begann, wird mehrere Jahrhunderte andauern, vor allem in den östlichen Teilen des Römischen Reiches, wo Christen in der Nähe der Juden lebten. Später verbreitete sich das Christentum auch in den Westen, wo es eine geringere jüdische Bevölkerung gab. Das Christentum begann als ein weiterer Ausdruck des Judentums. Nach einem Talmudischen Verweis (Sanhedrin 29 c.) gab es zur Zeit der Zerstörung des Tempels. (64 n.C) 24 verschiedene Arten von Judentums. Auf der Ebene der Volksfrömmigkeit und auch in der offiziellen Haltung gab es bis zum Ende des vierten Jahrhunderts eine breite Überschneidung zwischen Kirche und Synagoge. Es gab zwar einen Unterschied zwischen den östlichen und den westlichen Teilen des Reiches. Die östlichen Kirchen neigten zu mehr jüdischen Praktiken als die westlichen Kirchen. Das Christentum sah sich selbst als die Fortsetzung oder Erfüllung des Judentums.

Die Trennung der Christen vom Judentum:

Im ersten Jahrhundert kann man all jene, die an Jesus als den Messias glaubten, zusammen mit den Samaritern, den Ebionitern, den Essenern, den Sadduzäern und den Schöpfern der Qumran Schriften gruppieren. Diese stellten alle Formen des Judentums dar, und manche akzeptierten die mündliche Tora nicht; darin allerdings unterschieden sich die Christen. Wie jede neue Religion, entwickelte sich das Christentum Schritt für Schritt, und im ersten Jahrhundert breitete sich die Gemeinschaft nicht nur unter den Juden aus die im römerreich Palästina lebten, sondern auch unter Juden in der Diaspora. Am Anfang war es eine Trennung zwischen jenen im Judentum, für die die Person Jesu keine Bedeutung hatte, und jenen, für die Jesus der Messias war. Jüdische Elemente, die in den christlichen Gottesdienst aufgenommen wurden, kommen aus dieser Zeit des ersten Jahrhunderts: wie frühchristliche Regeln und liturgische Praxis sie werden im Neuen Testament beschrieben, und bei den Kirchenvätern gibt es Praktiken, die mit frühen und späteren jüdischen und sektiererischen Riten Ähnlichkeit haben. Der Charakter und die Entwicklung des christlichen Gottesdienstes ergaben sich aus der christlichen Haltung gegenüber Jesus. Die Trennung war besiegelt, als die Trinitätslehre der Christen, die die Gottheit Jesu zum Ausdruck bringt, es für Juden unmöglich machte, mit Christen zusammen Gottesdienst zu feiern. Je mehr Bedeutung der Person Jesu geschenkt wurde, desto größer wurde die Trennung zwischen Juden und Christen. Der Status der Gottheit Christi wurde zum Problem für den jüdischen Monotheismus. Shaye Cohen argumentiert, dass die Trennung durch den Glauben an Jesu Auferstehung und an seinen Status als Messias kam.
In der Praxis hat das frühe Christentum aufgehört, eine jüdische Sekte zu sein, als es jüdische Elemente wie den Sabbat, die jüdischen Speisegesetze und die Beschneidung nicht mehr praktizierte; dies führte zur Trennung zwischen Kirche und Synagoge.
Eine Gruppe der Judenchristen die auch auf der Arabischen Halbinsel lebten war gerade sie es die dem Koran das Christentum in ihrer Form vermittelte.(Ebioniten hießen seit dem Ende des 2 Jahrh. die Judenchristen, die Jesus als Messias angenommen hatten. Sie lehnten aber die Jungfrauengeburt und andere Dogemen ab, welche das Paulinische Christentum in wachsendem Maße bestimmte. Sie hielten an den Bestimmungen der mosaischen Tradition wie Beschneidung, Sabbatfeier und Speisegebote fest. Sie lehnten die gesetzfreie Heidenmission des Apostel Paulus wie auch die Autorität der Neu Testamenntlichen Schriften bis auf das Matthäus Evangelium und die Offenbarungen des Johannes ab. Der Name Ebijonim kommt aus dem Hebräischen und bedeutet in seiner ursprünglichen Form die Armen. die Bezeichnung Ebionäer oder Ebioniten kommt von den Gegener als die allgemeine Kirche das Judenchristentum als Häresie abgewiesen hatte. Die Ebioniten dagegen nannten sich selber Nazaräer. Im Koran werden die Christen ebenfalls als Nazaraa genant das auf die enge Beziehung zu den Judenchristlichen Kreisen zur Zeit des Propheten Mohammeds auf der Arabischen Halbinsel gelten mag.)

Die jüdischen Christen:

Es gibt teilweise widersprüchliche Traditionen über die Kirche von Jerusalem. Eusebius von Caesarea, der Kirchenhistoriker im 4. Jahrhundert, berichtet, dass bis zur Zeit Hadrians fünfzehn Bischöfe jüdischer Herkunft der Jerusalemer Kirche vorstanden (Eusebius … … Zachäus, Bischof von 112 bis 119, der vierte Bischof von Jerusalem, der jüdischer Herkunft war; Matthias, Bischof bis 124, der achte Bischof jüdischer Herkunft). In der Tat waren die ersten fünfzehn Bischöfe von Jerusalem Juden. Eusebius schrieb: „Der erste war Jakobus, der sogenannte Bruder des Herrn, der zweite Simeon, der dritte Justus, der vierte Zachäus, der fünfte Tobias, der sechste Benjamin, der siebte Johannes, der achte Matthias, der neunte Philipp, der zehnte Seneca, der elfte Justus, der zwölfte Levi, der dreizehnte Ephres, der vierzehnte Joseph und schließlich der fünfzehnte Judas (die während des Bar-Kochba Aufstandes gestorben sind). Dies sind die Bischöfe von Jerusalem, die zwischen der Zeit der Apostel und dem Bar-Kochba Aufstand lebten; alle von ihnen gehörten zur Beschneidung.“ Markus, Bischof bis 156, war der erste Bischof von Jerusalem, der heidnische Ursprung war. (Aus dem Internet: / / www.catholic.co.il unter Feste der Bischöfe von Jerusalem)
Der Fall von Jerusalem und die Dezentralisierung der jüdischen Behörde, die das Zentrum von Jerusalem nach Galiläa und später nach Joppe verlegten, hat auch die Kirche dazu geführt, Rom als Sitz der Behörde in der westlichen Kirche zu errichten und Petrus als Oberhaupt der Kirche zu erhöhen. War der Ausgangspunkt für die Trennung die Stellung des Jakobus als Leiter der Jerusalemer Gemeinde und die Sendung des Paulus zu den Heiden, die als Nicht-Juden von den Ritualen des jüdischen Gesetzes befreit wurden? Wurde die Geschichte zugunsten der nicht-jüdischen Nachfolger Jesu geschrieben und Rom so zum Jerusalem der neuen Bewegung?
Die Tatsache, dass das Christentum als eine Bewegung innerhalb des Judentums begann und sich in der Zeit Konstantins festigte, verleiht dieser Ansicht eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Die Ersten Christen:

maps-roman-empire-peak-150ADDie vier Merkmale, durch die sich die spätere Kirche vom Judentum unterscheidet, sind: die Beschneidung, der Sabbat, die Speisegesetze und das Verständnis des Einen Gottes als trinitarisch (Christlicherseits) oder nicht (jüdischerseits). In diesen Fragen entfernte sich das Christentum vom Judentum, und die christlichen Schriftsteller betonten, dass die rituellen Bestimmungen des Judentums nicht so wörtlich zu nehmen seien. Die jüdischen Praktiken wurden je länger je mehr bei der wachsenden Zahl der aus den Völkern kommenden Gläubigen verdrängt und verurteilt. Wenn graeco-römische Schriftsteller begannen, über die Christen zu schreiben, taten sie es nicht im Zusammenhang mit der Beschneidung, dem Halten des Sabbats, den Speisegesetzen und dem Glauben an den Einen Gott, sondern sie begannen sich im Gegensatz zum Judentum zu definieren und verwendeten dafür Begriffe aus der graeco-römischen Kultur. Das Christentum musste sich erst etablieren; das Judentum war bereits innerhalb der römischen Welt etabliert.
Somit kann man sagen, dass die ersten Christen ein buntes Gemisch aus Heiden und Juden, aus Reichen und Armen, aus Freien und Sklaven waren, und dass sie vom Status quo der Juden im Römischen Reich profitierten.
Im Laufe der Geschichte gingen die Christen auf Distanz zum Judentum und bekräftigen ihre Eigenständigkeit.
Diese Eigenständigkeit der Kirche bedeutete aber im ersten Jahrhundert noch keinen Bruch. Der Dialog ging weiter und die Christen scheuten die Auseinandersetzungen nicht. Kontroverse Interpretationen der Schriften und der durch Christus erfüllten Prophetien wurden diskutiert.
Die ersten Christen kamen aus dem Milieu der kleinen Leute. Reiche und Benachteiligte ergänzten ihre Zusammensetzung. Ein großer Teil der ersten Christen sprach Griechisch. Arbeiten, einen Beruf ausüben war ehrenhaft, solange man nicht in einem heidnischen Tempel beschäftigt war.
Tertullian schrieb in der Didaskalia und empfahl den verheirateten Frauen, sich an öffentlichen Plätzen mit einem Schleier zu verhüllen, damit keine Begierden erweckt würden.Ihre Kleidung war schlicht und einfach; der bevorzugte Stoff war weißes Leinen.
Die Beweglichkeit durch die ausgebauten Straßen des Römischen Reiches, die Bedeutsamkeit von Austausch in Handel und Kultur, die in allen Handelsstätten verstandene griechische Sprache waren alles Faktoren, die die missionarische Tätigkeit der ersten Christen erleichterten, und die es den einzelnen Gemeinden ermöglichten, die Verbindung zu den Brüdern und Schwestern im Römischen Reich aufrecht zu erhalten.
Bekehrung bedeutete das Teilen von Glaube und Sendung. Die Christenheit zählte so viele Apostel wie Gläubige. Die Mission wurde ohne besonderen Auftrag ausgeführt, die Verkündigung war unaufdringlich und spielte sich nicht im grellen Licht der Öffentlichkeit ab, sondern als Zwiegespräch im Flüsterton unter vier Augen. Christen waren präsent im Leben der Menschen, in den Läden, den Werkstätten, auf den öffentlichen Plätzen. Sie nahmen am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil und waren in den Alltag verwoben; sie lebten wie alle anderen.

Warum wurde der Erdkreis christlich?
Dabei sind von Bedeutung:
die Heilige Schrift;
die Achtung für einander;
die vorgelebte Geschwisterlichkeit, die die Gemeinde einte;
die Todesverachtung der Christen, die von der Hoffnung auf ein ewiges Leben getragen war.

Nicht die Lehre, sondern das Verhalten der Christen, ihre Lebensweise machten sie zum Salz der Erde, zum Licht der Welt: die Botschaft des Evangeliums (die Auferstehung); das Zeugnis der Heiligkeit.

Die Christen fügten sich in den antiken Staat ein; sie weigerten sich, ein Volk für sich zu sein oder ein Emigrantenleben zu führen. Nichts unterschied sie von ihren Mitbürgern, weder ihre Kleidung noch ihre Sprache. Man wusste von den Christen, dass sie peinlich genau waren, wenn es um Maße und Gewichte ging. Gegenseitige Hilfeleistungen waren verblüffend. Gelebte Nachbarschaft zu Fremden und Feinden wurde erfahren. Die damaligen Christen dachten apokalyptisch.

Und über Jahrhunderte wurden die Christgläubigen für die Schicksalsschläge des Reiches verantwortlich gemacht. Hört sich irgendwie bekannt an: Immer verantwortlich gemacht zu werden für die Schicksalsschläge der Gesellschaft!

Gnosis im Sinne der wahren Erkenntnis bedeutete Christianisierung des Hellenismus, Pseudo-Gnosis dagegen Hellenisierung des Christentums.

Der Begriff Urchristentum: das Urchristentum ist keine Einheit. Es enthält in sich Übergänge und Gruppierungen mit Spannungen bis zum Widerspruch und Bruch.
Die älteste Gruppe waren die Zwölf Apostel, die ersten Jünger Jesu, die Hebräer und neben ihnen die Hellenisten. Der Übergang zur Heidenmission war bestimmend für die Zukunft.
Dieses Nebeneinander warf Probleme auf, die sich in Krisen äußerten, und die eine theologische Lösung forderten.
Jerusalem wurde von den drei Säulen Jakobus, Petrus und Johannes, radikale Judenchristen, repräsentiert.
Antiochia wurde von Paulus und Barnabas vertreten.

Der Anfang:

Der Auferstandene Jesus erscheint Jüngern in Jerusalem und Umgebung.
Er befiehlt ihnen, in Jerusalem zu bleiben.
Hier wird Kirche gestiftet, hier empfängt sie den Heiligen Geist.
Von hier breitet sie sich aus.

Der erste Schritt zur Abwehr der christlichen Predigt wurde von der obersten jüdischen Behörde gemacht.
In der Urkirche gab es keine Differenzen; alle folgten der Lehre der Apostel.
Aufgrund der Heidenmission entstanden Debatten.
Der erste Märtyrer war ein Armenpfleger und nicht ein Apostel, ein Verkünder der Botschaft durch das Wort.
Die ersten Christen waren ohne Ausnahme Juden, ihr Glaube war nicht eine neue Religion, die sie von der jüdischen wegführte, sondern die Bestätigung der Verheißung an Israel.

Die erste christliche Gemeinschaft begann mit:

• den Jüngern, die mit Jesus durch Galiläa, Samarien, Judäa zogen;
• denjenigen, die an die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu glaubten
• all denen, die Jesus erlebten: entweder in einer Vision wie Paulus und Cornelius, oder durch die Predigt der Apostel, oder durch das Hören der Interpretation von Jesaja durch Philippus, wie der Kämmerer aus Äthiopien, Apg 8,26 – 40.
Die ersten Christen gehörten zu den lokalen Synagogen, aber schon früh begannen sie sich von anderen jüdischen Gemeinden durch Nomenklatur (nomenclatura, Namensverzeichnis)eher als durch Struktur zu unterscheiden.
• Juden, die in Jerusalem, Judäa, Samarien und Galiläa lebten, oder griechische Juden, die auf Wallfahrt zum Tempel kamen.
• Griechen und Römer, die die Botschaft in ihren Ländern gehört hatten.
Zur Zeit des Nero, im Jahre 64, wurden Juden und Christen nicht mehr verwechselt. Die Christen, die in Rom lebten, und nicht die Juden wurden als Gruppe für das Feuer von Rom verantwortlich gemacht.
Das NT lässt vermuten, dass die ersten nicht-jüdischen Christen aus zwei Gruppen bestanden: die eine Gruppe mit Proselyten, die unter der Bedingung aufgenommen wurden, dass sie das Noachidische Gesetz hielten (Apg 15,19), und die andere Gruppe, in der Proselyten nicht akzeptiert wurden, wenn sie die jüdische Halacha nicht respektierten (Gal 2,12; Apg 11;3). Petrus und Johannes gehen in den Tempel um zu beten. Apg 21,26: Paulus predigt in der Synagoge und besucht den Tempel (Elberfelder Bibel, Apostelgeschichte 5,21).

Wo lebten die ersten Christen?

In Jerusalem; nach der Zerstörung des Tempels zog die Gemeinschaft nach Galiläa und Jaffa. Nach der Himmelfahrt Jesu gingen die Jünger zurück nach Jerusalem, und da blieben sie als Gemeinschaft, um zusammen zu beten.
„Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.“ Apg 1,14.

Gemeindeleben:

Dieses gestaltet sich aus dem Rückblick auf die Auferweckung Christi und dem Vorblick auf seine baldige Ankunft zum Gericht und aus der Erfahrung des Geistes.
Die Gemeinde versteht sich als die Heiligen (Röm 15,25), die Erwählten (Mk 13,22.27), die Armen (Röm 15,26 und auch Gal 2,10) oder ekklesia – die Herausgerufenen. Sie versteht sich als eschatologische Gemeinschaft.
Von Jesus haben sie sichere Regeln zur Lebensführung.
Die Taufe ist der Ritus der Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen.
Die Versammlung der ersten Christen findet am Sonntag statt, dem dritten Tag nach dem Tod Jesu und dem Tag der Auferstehung; er ist der erste Tag der Woche, ersetzt aber nicht den Sabbat.
Die Form von Gottesdienst in Mt 18,20: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind… Vorbild ist: der jüdische Synagogengottesdienst, der Lehrgottesdienst ist.
Apostel, Propheten und Lehrer sind die ältesten Ämter in der Urkirche.
Gemeinsame Mahlzeiten: im jüdischen Brotbrechen verwurzelt, Apg 2,42. Der Hausherr leitet die gemeinsame Mahlzeit durch Tischgebet und Brotbrechen.
Mahlsakrament mit Brot und Wein zum Gedächtnis des Todes Jesu: durch die Rezitation der Einsetzungsworte erhalten die Gläubigen Anteil am Heilsgeschehen.
1 Kor 11: das Gemeindemahl wird eröffnet durch die sakramentale Spendung des gebrochenen Brotes als des Leibes Christi; das gemeinsame sättigende Mahl folgt, und zum Schluss der Segensbecher: 1 Kor 10,16: die jüdisch-christliche Kirche.
Wie stehen Wortgottesdienst und Abendmahlsgottesdienst zueinander?
Das höchste Zeugnis für den geistigen Rang der Urgemeinde ist die Gedenk- und Überlieferungsarbeit, die später in den Evangelien ihren Niederschlag findet.
Die gesamte Theologie des Paulus und die nach ihm folgende ist verwurzelt im Tod und in der Auferstehung Jesu. Auch in den Evangelien bildet das Heilswerk Jesu den Kern des Glaubens; die Taten und Lehren Jesu werden in diesen Kern mit einbezogen.
Die Vitalität der ersten Christen war auf die Ausbreitung der Kirche ausgerichtet.

Gruppen in der Urkirche:

Die Hellenisten waren Judenchristen, die Griechisch als Muttersprache hatten. Sie stammten aus der Diaspora und lebten in Jerusalem. Apg 6.
Warum wurden nur die hellenistischen Witwen übersehen und zwar insgesamt? Lebten sie abseits in eigener Gemeinde?
Ihre Gemeinde erhielt sieben Helfer, alle mit griechischen Namen; einer von ihnen wurde der erste Märtyrer. Sie waren nicht nur Armenpfleger, sondern auch gewandt in Wort und Lehre.
Philippus wird in Apg 8 als Evangelist bezeichnet, und seine Töchter besaßen die Prophetengabe.
Hier wird deutlich, dass diese Armenpfleger nicht nur das Wohl der Armen im blick hatten, sondern waren leitende Gemeindemitglieder einer besonderen Gemeinde. Sie waren nicht untergeordnet, sondern hatten ihren Platz neben den 12 Aposteln. Die Brotvermehrung mit den 12 Körben und den 7 Körben von übrig gebliebenem Brot können an sie erinnern.
Die Judenchristen: jene die aus Israel kamen und dort seit Generationen lebten.
Die Heidenchristen: alle, die sich zum Christentum bekehrten, ohne zum Judentum überzutreten.
Paulus war ein Missionar und Denker neben anderen.
Der christliche Glaube ist exklusiv: wer diesem Herrn dient, kann an keiner anderen Gottesverehrung mehr teilnehmen.

Apostelkonzile:

Urgemeinde:
Die Gemeinde Jerusalems hatte nach dem Jüdischen Krieg 66 – 70 unserer Zeitrechnung keine Bedeutung für die Gesamtkirche mehr, obwohl es sie immer noch gab. Die Urgemeinde lebte verstreut weiter, während die Hellenisten und Heidenchristen mehr und mehr an Position gewannen. Der größte Teil der Christen saß im Osten, in Syrien / Palästina.

Konkurrenten waren:

Anhänger von Johannes dem Täufer nach seinem Tod, Joh 1,16. Johannes betonte, er sei nicht das Licht der Welt, was darauf hinweist, dass einige ihn dafür hielten. Apg 18,24; 19,1. Ein Teil von ihnen lebt in der heutigen Form der Mandäer weiter. Simon der Magier, Apg 8,9, wurde von den Kirchenvätern als der Vater der gnostischen Irrlehre gesehen.

Judenchristentum: dies ist kein einheitlicher Begriff.

Sie bildeten eine Sekte am äußersten Rande der Kirche.
Alle Aufzeichnungen kommen aus dem Westen. Die Apostelgeschichte verfolgt nur die Mission des Paulus auf seinem Weg in den Westen. Aus dem Osten sind keine Quellen über die Mission der Kirche erhalten.
Die Kirchenväter kennen juden-christliche Evangelien.
Das Nazaräer Evangelium benützt eine Variante des Matthäus Evangeliums in aramäischer Sprache. Es ist aus dem Griechischen übersetzt.
Das Ebioniter Evangelium wurde auf Griechisch geschrieben und ist ebenfalls mit dem Matthäus Evangelium verwandt.
Das Hebräer Evangelium wurde ebenfalls auf Griechisch geschrieben. „Geist“ wird als die Mutter Jesu verstanden und dies auf semitischem Hintergrund, wo das Wort Geist weiblich ist. Es war möglicherweise das Evangelium der ägyptischen Judenchristen.
Zwei Gruppenbezeichnungen sind überliefert. Die Nazaräer und die Ebioniter; der letztere Name kommt vom hebräischen Wort „arm“.
Es gab Judenchristen, die die Stadt Jerusalem verehrten und offenbar in Richtung Jerusalems beteten. (Gebetsrichtung auch in den Anfängen des Islam, ist hier eine nähe zu den Judenchristen in form der Ebioniter ausgedrückt.)
Die Elkesaiten waren eine synkretistische Sondergruppe; sie hielten am Gesetz fest, lehnten aber den Opferkult ab.
Die Heilige Schrift des Urchristentums war die jüdische Bibel, was wir heute das Alte Testament nennen.Die Urgemeinde trat nicht aus der jüdischen Religionsgemeinschaft aus. Der Gott, an den sie glaubten, war der, der in der Schrift spricht.
Die frühen Kirchenkonzilien und Synoden sind ein Hinweis darauf, dass die Trennung vom Judentum im 4. Jahrhundert noch nicht stattgefunden hatte, und dass mit der wachsenden Macht des Christentums die Feindseligkeit gegenüber den Juden am Zunehmen war. Das Problem lag in den judaisierenden Praktiken, die in der ständig wachsenden Kirche aus dem Heidentum noch lebendig waren, im Ursprung der Kirche im Judentum und der Behauptung der Kirche, sie sei das neue Israel, das Gesetz sei in Christus erfüllt, und die jüdischen Riten würden nicht mehr gebraucht. Denn das Christentum neigte dazu, sich als die Fortsetzung oder die Erfüllung des Judentums zu sehen.
Die ersten Konzilien fanden alle im Osten statt, wo die jüdische Bevölkerung zahlreicher war; erst als die Konzilien anfingen, in den Westen zu kommen, begannen anti-jüdische Kanones zu erscheinen.
Das Konzil von Elvira in Spanien im Jahre 305 war das erste Konzil, das anti-jüdische Kanones hervorbrachte. Juden wurden als Bedrohung für das Christentum gesehen, und so wissen wir:
– aus Kanon 16, dass die Ehe mit Juden verboten war;
– nach Kanon 78 war der Ehebruch mit Jüdinnen hart zu bestrafen;
– im Kanon 50 wurde es auch verboten, mit Juden zu essen;
– Kanon 29 machte es zu einem Verbrechen, den Sabbath als Fest zu begehen;
– und nach Kanon 49 waren die von Juden gesegneten Felder alle verboten und ihr Gebrauch konnte zum völligen Ausschluss aus der Kirche führen.
Das Halten des Sabbaths, der rituellen Feste und der Speisegesetze besaß in den Augen der christlichen Massen angeblich magische Kraft.
Philip Sigal vertritt die These, dass das Judaisieren in der Kirche während der frühen Jahrhunderte in Bezug auf das Datum von Ostern, die Speisepraxis oder das Halten des Sabbaths nicht der Versuch von Juden war, die Kirche aus den Heiden jüdisch zu machen, sondern der Kampf verwirrter Christen darum, Elemente des Judentums innerhalb der Kirche zu bewahren.
Kanon 16 der Synode von Laodizea in Phrygien etwa im Jahre 360 sagt: „Am Samstag sind das Evangelium und andere Abschnitte der Schrift laut zu lesen.“
Kanon 29 sagt: „Christen sollen nicht judaisieren und am Samstag untätig sein, sondern sie sollen an jenem Tag arbeiten; aber sie sollen den Tag des Herrn auf alle mögliche Weise als Christen besonders ehren. Wenn sie aber beim Judaisieren entdeckt werden, sollen sie von Christus ausgeschlossen werden.“
In der Bemühung, jüdische Bräuche zu adaptieren, finden wir in der Didache 8,1, dass Christen montags und donnerstags nicht fasten sollen, sondern mittwochs und freitags, damit sie nicht so fasten, wie es im Judentum Tradition war.
Das kirchliche Netz wurde durch die offizielle Anerkennung der christlichen Kaiser gestärkt, und das Christentum wurde zu einer legalen Religion. Die Kirche wuchs unaufhaltsam, und zur Zeit Konstantins begann ihre Mitgliederzahl sich zu vermehren. Mit dem Niedergang des Römischen Reichs im Jahre 476 nahm die Macht und Intoleranz der Kirche gegenüber den Juden zu. Die Kirche und die Zivilautoritäten arbeiteten zusammen, um die Stellung der Juden zu untergraben, sodass es schließlich auch auf sozialer Ebene eine Trennung zwischen Juden und Christen gab.
Die Richtung für den zunehmenden Mangel an Toleranz wurde durch den Theodosianischen Kodex mit seinen einschränkenden Maßnahmen gegen die Juden gegeben. Der Theodosianische Kodex war ein wichtiger Schritt auf die gesetzliche Trennung der Kirche vom Judentum. Der Justinianische Kodex im 6. Jahrhundert gab die vielen schützenden Bestimmungen und Privilegien für die Juden auf, die im Theodosianischen Kodex noch zu finden waren.

Shabbath oder Sonntag:

Der Sabbath wurde den Christen erst verboten, als der Sonntag den jüdischen Schabbath ersetzte, und dieser Prozess hat mehrere Jahrhunderte gedauert. In Kol 2,16-17 spricht Paulus nicht über das Sabbath Gesetz, sondern er sagt nur, dass man dem Gesetz der Liebe gehorchen muß: „Denn wer seinen Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt.“ (Röm 13,9) Die Christen im hellenistischen Ägypten und im Rest des hellenistischen Ostens haben bis ins 5. Jahrhundert sowohl den Sabbath als auch den Sonntag gehalten.
Die apostolischen Väter bezeichnen nicht die Auferstehung als den primären Grund für die Feier des Sonntag oder für die Einhaltung des Sonntags. Anfangs feierten die Christen das Herrenmahl anschließend an den Lesungsgottesdienst in der Synagoge. Erst die wachsende Bedeutung Jesu als Messias und Sohn Gottes führte zur Trennung von Synagoge und Kirche.
Der Brief von Clemens (80-140), versucht die Kontinuität der christlichen Tradition mit der jüdischen Tradition zu zeigen, anstatt seine Trennung vom Judentum.
In dem Briefen des Barnabas (80-120) dagegen, werden die Unterschiede zwischen Judentum und Christentum stark betont. Aber trotz seiner Opposition gegen das Judentum und seiner Meinung gegen die Juden, nutzt der Brief des Barnabas Materialien, die jüdischer Herkunft sind, um seine Theologie zu konstruieren.
Ignatius von Antiochien im frühen 2. Jh. N. Chr. bezieht eine ähnliche Position wie Barnabas, und es scheint, dass Gruppen von Christen noch immer den Shabbat feiern.
Die Didache (50-120), erzählt uns als die älteste Quelle der kirchlichen Gesetzgebung, dass eine regelmäßige Feier des Abendmahls am Auferstehungstag unter den ersten Gemeinden gehalten wurde
Aus den Schriften von Justin dem Märtyrer (150-160) wissen wir, das die ersten Gemeinden den Sonntag als den Tag der Auferstehung Jesus feierten und ihn auch als den ersten Schöpfungstag und somit neue Schöpfung in Jesus Christus feierten.
Also, bis zum vierten Jahrhundert wurde bei den ersten Christen der Sonntag und Shabbat gefeiert und es dauerte bis in das 6 Jahrhundert bis die Symbolik des Shabbat auf Sonntag überging und der Shabbat Gottesdienst zum Sonntagsgottesdienst wird. Eines der wichtigsten jüdischen Feiern wurde dann bei Ende des 5 Jh. christianisiert

• Quellennachweis aus Adalbert Hamman, Die Ersten Christen. Aus dem Französischen übersetzt von Katharina Schmidt
• Hans Conzelmann, Grundrisse zum Neuen Testament, Geschichte des Urchristentums.
• The separation of early Christianity from Judaism (Sr. Marianne Dacy NDS)