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Karfreitag

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Is. 52.13-53.12; Heb. 4.14-16; 5-7-9; Joh 18.1-19.42

Mit P. John Palikoski und Rabbi Eugene Korn habe ich kürzlich an einem Workshop für katholische Priester aus Südamerika teilgenommen, mit dem Titel In unserer Ära und für unsere Zukunft. Der Titel meiner Vorträge war Das Zweite Vaticanum und Neue Theologie über Juden und Judentum. Während ich mich auf diesen Workshop vorbereitete, wurde ich mir immer mehr des latenten Antisemitismus in den Passionserzählungen bewusst: besonders in der Lesung für Karfreitag im Evangelium nach Johannes, wo das Wort „Juden“ 21mal vorkommt, meist negativ besetzt. Hier ist eine Auswahl aus diesen Passagen: Wenn (mein Königtum) von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde (18.36); Nachdem er (Pilatus) das gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: Ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen (18.38); Da schrien sie (die Juden) wieder: Nicht diesen, sondern Barabbas! (18.40); Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich (19.38). Bei der feierlichen Lesung dieses Evangeliums, begleitet von Gesängen und Weihrauch, nehmen Millionen von Christen unbewusst den Geist des Antijudaismus in sich auf.

  • Wer wird den biblischen Text adaptieren, so dass es nicht „die Juden“ heißt, sondern „einige von Jesu Landsleuten“ oder „ihre religiösen Führer“?
  • Wer wird darauf hinweisen, dass die gesamte Leidensgeschichte, wie sie in den Evangelien erzählt wird, voreingenommen gegen die jüdische Nation und freundlich gegenüber Rom ist?
  • Wer wird erklären, dass zu der Zeit, als die Leidenserzählungen redigiert wurden, Synagoge und Kirche sich schon getrennt hatten? Christen betrachteten die Juden als Gegner. Es war daher ein einfacher Schritt, dies in die Leidenserzählung selbst hineinzuprojizieren, und schließlich Jesus und seine Anhänger zu ent-judaisieren.
  • Wer wird aufzeigen, dass der Pilatus der Leidensgeschichte wenig mit dem historischen Pilatus gemein hat? In den Leidenserzählungen ist Pilatus ein mitfühlender Mensch, der an Jesu Unschuld glaubte und der versuchte, ihn aus den Händen seiner Feinde, der Juden, zu retten. Der historische Pilatus ist eine sture, rachsüchtige, brutale Person, der für seine grausamen Taten gegen die Juden bekannt war.
  • Wer wird den Kirchgängern erklären, wer für Jesu Tod verantwortlich war? Wer tötete ihn? Auf der Seite der Heiden: die Römer. Die Kreuzigung war ja eine römische, nicht eine jüdische Strafe.

Auf jüdischer Seite waren hauptverantwortlich die religiösen Führer der Juden, die Tempelpriester, römische Funktionäre, die den Auftrag hatten, für Ruhe zu sorgen. Das Evangelium sagt, dass Jesus von einer Abteilung Soldaten gefangen genommen wurde, gemeinsam mit von den Hauptpriestern entsandter Polizei. Sie brachten ihn zuerst zum ehemaligen Hohepriester Annas, der ihn befragte und dann ins Haus des Hohepriesters Kaiaphas schickte, wo er die Nacht verbringen musste. Frühmorgens ließ ihn Kaiaphas ins Hauptquartier des Pilatus und zu den römischen Behörden bringen, wobei er sehr wohl wusste, was die Folge sein würde. Diese Priester repräsentierten nicht das jüdische Volk.

Wo sollten unsere Herzen am Karfreitag sein? Während wir liebevoll das Kreuz küssen, könnten wir uns fragen, was wir seinem Volk angetan haben. Wie haben wir teilgenommen an der Entwicklung und Verbreitung des Märchens von den Juden als Christusmörder, das dazu führte, dass Jesus immer wieder gekreuzigt wurde, zu dem Tod von sechs Millionen Kindern, Frauen und Männern „gequält und getötet, zu Seife verkocht, die Haare zu Kissen verarbeitet, die Knochen zu Dünger“ (25, Fleischner).

Wer sollte bereuen? Die religiösen Führer, die zu den Kreuzzügen aufriefen, die die Inquisition einrichteten, Ghettos bauten und die die staatlichen Führer in ihrer Verfolgung und Vertreibung von Juden aus ihren Ländern unterstützten. All die Theologen, die mithalfen, das Märchen der Juden als Christusmörder aufzubauen, die die Juden als blind darstellten, weil sie nicht die Ankunft ihres Messias erkannten. Alle die für die „treulosen Juden“ in der Liturgie des Karfreitags beteten. All jene, die heutzutage alle Juden kritisieren, weil sie ein Volk nicht von seiner politischen Führung unterscheiden können.

Entweihen diese Gedanken einen Tag, der (im Englischen) „guter“ Freitag heißt? Nein: dann nicht, wenn uns die Weiterexistenz des Christentums am Herzen liegt. Nostra Aetate hat nicht die Auswirkung gehabt, die sich die Mitglieder des Zweiten Vatikanischen Konzils erwünscht hatten. Irving Greenberg, ein jüdischer Gelehrter, stellt die Frage, ob das Christentum angesichts des Holocaust noch überleben kann: „Ist das Wagnis des Glaubens an Jesus verloren gegangen?“ fragt er. Und er antwortet: nicht unbedingt: „Es gibt eine Alternative für diejenigen, deren Glaube die dämonischen, verzehrenden Flammen eines Krematoriums überstehen kann: es ist der Wille und die Fähigkeit, offen zu sein für neue Offenbarung und Neuorientierung. Das ist der Weg der Ganzheit. Rabbi Nachman von Bratslav sagte einst: kein Herz ist so ganz wie ein gebrochenes Herz. Nach Auschwitz ist keine Glaube so ganz wie einer, der zerschmettert und – in den Brennöfen neu zusammengeschweißt wurde“ (p.24, Fleischner).

Überlegung und Diskussion:

  1. Jesus sagt, “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Distel Feigen“ (Mt. 7.16)? Ein Wissen um die Geschichte der Beziehung der Kirche zum jüdischen Volk ist ein erster Schritt der Reue. Für diejenigen, denen das wichtig ist: es gibt genügend Bücher, wo man sich informieren kann, z.B. die in der Bibliographie (s. u.) genannten. Vielleicht finden Sie die Zeit, Teile eines dieser Bücher zu lesen und zu diskutieren.
  2. Vergleichen Sie die zwei oben gezeigten Bilder von Kirche und Synagoge in der Kathedrale von Strassburg. Was sagen sie den Betrachtern? Was können wir tun, um die mehr als zweitausend Jahre solcher Lehre ins Gegenteil zu verkehren?

Bibliographie: Jeremy Cohen, Christ Killers: the Jews and the Passion from the Bible to the Big Screen (Oxford University Press, 2007);
Fleischner, Editor, Auschwitz: Beginning of a New Era? (Ktav Publishing House, NJ, USA, 1977);
Amy-Jill Levine, The Misunderstood Jew;
Mary Boys, Has God Only One Blessing? (Paulist Press, 2000).

Dieser Kommentar wurde geschrieben von:

Sr Maureena Fritz NDS
e: maureena (at) batkol.info