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<span class="fancy-title">Ch. de Foulcauld</span><span>„Mein Gott, ich bitte Dich um die Gnade, mir das dauerhafte Gefühl Deiner Gegenwart zu verleihen, Deiner Gegenwart in mir ... </span> <span class="fancy-title">Ch. de Foulcauld</span><span>„Mein Gott, wenn es Dich gibt, lass mich dich erkennen.“ </span> <span class="fancy-title">Fr. Theodore</span><span>„Ich habe eine Vorliebe für die Kinder Ismaels. Wir sind ja mehr oder weniger Cousins. So lasst uns für Ismael ... </span> <span class="fancy-title">Ch. de Foulcauld</span><span>„Gott ist heute mit uns, genügt das nicht?“ </span> <span class="fancy-title">Fr. Theodore</span><span>„Ich rate euch, gebt umsichtig Acht auf eure Gesundheit.“ </span> <span class="fancy-title">Edith Stein</span><span>„Durch die Selbsterkenntnis nähern wir uns Gott. Darum wird sie niemals überflüssig.“ </span> <span class="fancy-title">Fr. Theodore</span><span>„Ich gründete meine Zuversicht in Gott und Gott hat mich nie enttäuscht.“ </span> <span class="fancy-title">Ch. de Foulcauld</span><span>„Der Glaube der Moslems hat mich wieder zu meinem Glauben geführt!“ </span> <span class="fancy-title">J.H. Newmann</span><span>„Gott nimmt uns die Last des Lebens nicht ab, aber er gibt die Kraft zum Tragen.“ </span> <span class="fancy-title">Ignatius v. Loyola</span><span>"Nur wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich IHM ganz überließen." </span> <span class="fancy-title">Fr. Theodore</span><span>„Je älter ich werde, um so mehr bin ich davon überzeugt, dass die Arbeit von Sion eine Aufgabe des Augenblicks ... </span>

Shawuot – Pfingsten

first-fruits_of_lemon-225x300“Wenn man die Sichel an den Halm legt, sollst du beginnen, sieben Wochen zu zählen. Danach sollst du…das Wochenfest feiern“ (auf Hebräisch: hag ha-shavuot, vgl. Deut 16.9). Sieben Wochen (und sogar fünfzig Tage, vgl. Lev. 23.16) nach der Gerstenernte zu Pessach feiert man im Fest Shavuot das Ende der Weizenernte (auf Hebräisch: hag ha-katsir, vgl. Ex 23.16).

Später wurde der Auszug aus Ägypten dem landwirtschaftlichen Pessachfest aufgepfropft, und der Empfang der Tora dem landwirtschaftlichen Fest Shawuot: von einer Ernte zur andern, vom Frühling zum Sommer: die Zeit der Reife, der Übergang von einer äußeren, physischen, zu einer spirituellen Befreiung.

Denn die jüdische Tradition sieht den Empfang der Tora als das Ziel des Auszugs aus Ägypten: „Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen können“, wie Moses dem Pharao unermüdlich immer wieder im Namen des Herrn sagt (vgl.. Ex 4.22; 5.1; 7.16.28; 8.16; 9.1.13; 10.3). Was „Dienst“ hier meint, ist nichts anderes als: die Torah empfangen und die Gebote in die Tat umsetzen (Rashi zu Ex 3:12).

So gibt es kein Pessach ohne Shawuot und auch kein Shawuot ohne Pessach. Deshalb werden die Tage vom einen Fest zum andern – dem biblischen Gebot entsprechend – gezählt: das ist das „Omer-Zählen“ („Omer“ bedeutet Garbe: zu Pessach die Gerstengarbe, und zu Shawuot die Weizengarbe).

Darüber hinaus ist, laut Mischna, einer der Shavuot-Namen “atzeret” (Rosch ha-Schana 1,2), was man als „Vollendung“ (von Pessach) übersetzen kann (Flavius Josephus, Jüdische Altertümer III, 252).

Erst lange nach der Zerstörung des zweiten Tempels (70 n.u.Z.) wurde aus dem landwirtschaftlichen Shawuot-Fest das Fest des Tora-Empfanges.

Aber in der Schrift gibt es nicht wenige Anspielungen, die zu der Annahme führen, dass schon zur Zeit des Zweiten Tempels das Fest Shawuot die privilegierte Zeit war, um den Sinaibund zu erneuern (vgl. 2 Chr. 14.10-15??)

Erstens war die Gotteserscheinung am Sinai, nach Ex 19.1, drei Monate nach dem Exodus von Ägypten, also zur Zeit von Shawuot.

Zweitens belegen die Qumranschriften, dass die wichtigste Zeremonie der Sekte, die den Bundesschluss bezeichnete, an diesem Tag stattfand (I QS 1.16-3.12). Und nach dem Buch der Jubiläen wurde der Bund mit Noach und der mit Abraham an Shawuot erinnert (Buch der Jubiläen [2. Jahrh. v.u.Z.], VI, 15-22)
Und schließlich wurde der Bericht über die Ausschüttung des Geistes am Tag von Shawuot („Pentekoste“ im neutestamentlichen Griechisch, Pentecost im Englischen, entspricht dem hebräischen „Shawuot“ in der Septuaginta; das Wort erinnert an die 50 Tage, die Shawuot von Pessach trennen) zweifellos von der Gotteserscheinung am Sinai inspiriert, nach Ex 19-20 und den rabbinischen Kommentaren hiezu.
Denn diese Kommentare berichten, dass das Wort Gottes am Sinai wie Feuer aus Gottes Mund entsprang und in 70 Zungen unterteilt war, da es für alle Nationen der Welt bestimmt war und jede es so verstand, wie sie konnte (Mekhilta de Rabbi Ishmael zu Ex 20.18; Exodus Rabba).

Wie wird Shawuot heute gefeiert?

Es ist gut, sich daran zu erinnern, dass dieses Fest, das zweite aus der Reihe der Pilgerfeste, zur Zeit des Tempels im Wesentlichen eine landwirtschaftliche Feier war. Garben von der Weizenernte und Brot (vgl. Lev. 23.15-17) wie auch die ersten Erntefrüchte der Saison wurden zum Tempel gebracht (ein anderer Name für Shawuot ist “yom ha bikurim”, Tag der Erstlingsfrüchte, vgl. Num. 26.28); (vgl. Deut. 26.1-11; Mishna Bikutim Kap. 3).

Dieser Brauch wurde nach der Zerstörung des Zweiten Tempels aufgegeben. In den nicht-religiösen Kibbutzim wird Shawuot allerdings noch immer als ein schönes Fest der Natur gefeiert.
Die Liturgie des Tages beinhaltet die Lesung der Tora in Ex. 19 und 20 und die prophetische Lesung aus Ezechiel 1 – 3.12.

Warum werden Ezechiels seltsame Visionen an diesem Tag gelesen? Es heißt, dass die Kinder Israels an dem Tag, da ihnen die Tora geschenkt wurde, eine mystische Reife erlangt hatten, die dieser Visionen wert war… Es heißt sogar, dass der Tod nicht mehr über sie herrschen sollte. Unglücklicherweise folgte auf diese Gabe aber die Sünde mit dem goldenen Kalb (Ex 32).

Das Buch Rut ist auch eine der traditionellen Lesungen. Seine Erzählung gehört zwischen die Gersteernte zu Pessach und die Weizenernte an Shawuot (Rut 1.22; 2.23). Rut ist das Symbol der Heiden, die das Volk Israel als ihr Volk annahmen, den Gott Israels als ihren Gott, und die so in den Bund eintraten, indem sie das Geschenk der Tora willkommen hießen. Rut kannte die Tora nicht, aber sie lebte instinktiv das Wesentliche darin, nämlich Kindesliebe und Freundlichkeit. Sie ist die Ahnherrin Davids (Rut 4.18-22), der an Shawuot geboren werden und sterben wird.

In der Nacht vor Shavuot trifft man sich üblicherweise in Häusern oder Synagogen, und in Jerusalem am Kotel, der „Klagemauer“, um „tikun“ zu tun. „Tikun“ bedeutet „Wiedergutmachung“, sogar Erlösung. Im Kontext von Shawuot soll diese Nacht den Schlaf der Kinder Israels „wiedergutmachen“, die in Schlaf fielen, während ihnen die Tora geschenkt wurde. In einem allgemeineren Sinn hat das Studium der Tora die Kraft, die Welt zu erlösen.
Eine Art dieses Studiums besteht darin, die “Halskettenmethode” zu verwenden. Verse werden aus den drei großen Teilen der Schrift (Tora, Propheten, Schriften) herausgenommen; diese Verse sind wie Perlen, und mit Hilfe eines Themas, das sie zusammenführt, werden sie wie die Perlen einer Halskette zusammengefügt.
Auf diese Weise wird die Einheit der Teile der Schrift aufgezeigt, die Einstimmigkeit, mit der diese oder jene Wahrheit verkündet wird, die die gesamte Schrift bekräftigt. Dieser Methode bediente sich Jesus bei den Jüngern von Emmaus. Auf diese Weise lehrt sie Jesus, dass man nicht in die Herrlichkeit eingehen kann, ohne das Leid zu durchschreiten (Lk 24:27 und 44-47).

Wenn wir am Tag von Pfingsten als Christen durch die Gabe des Geistes erneuert werden, können wir uns unseren Brüdern und Schwestern im jüdischen Volk nahe fühlen, und wir können uns bewusst werden, dass es kein Zufall ist, wenn der Geist, die Frucht von Jesu österlichem Geheimnis, über allem Fleisch ausgegossen wurde, zunächst über der kleinen Gruppe von Jüngern, die mit Maria am Berg Sion versammelt waren (die Tradition des Abendmahlssaales am Berg Sion geht auf das 4. – 5. Jahrhundert u.Z. zurück).

Erinnern wir uns: die Tora kommt von Zion und das Wort Gottes aus Jerusalem (Jes. 2.2-6). Vom Berg Sinai zum Berg Zion: man gelangt vom besonderen Bund mit Israel zu dem Bund, der sich den Nationen öffnet. Diese zwei Berge schließen einander in keiner Weise aus; sie unterstützen einander vielmehr gegenseitig; und sie stehen im Dialog miteinander, damit die Einheit von Gottes Plan sichtbar wird, der sowohl Israel als auch die Nationen enthält.

Sr. Anne-Catherine Avril, NDS
Ein Kerem