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Ein elsässischer Jude und Ordensgründer im Heiligen Land

Egger: Alphons Ratisbonne 4

Die Gründung eines dritten Hauses in Jerusalem war das Haus St. Peter, unweit des Jaffatores. Dieses Haus war gedacht für jüdische Waisenbuben, die zum Christentum übertraten. Es wurde 1873 erbaut und am 8. September 1874 eingeweiht. Das Heim nahm 20 interne Lehrlinge auf. Es war für 30 Zöglinge geplant. Ratisbonne gab in einem Brief nach Frankreich zu verstehen, dass sich bereits schon sehr viele junge Leute für einen Eintritt gemeldet hatten. Diverse von ihnen wurden auch von Erziehern und Seelsorgern empfohlen. Mit finanzieller Hilfe eines Kardinals aus Rom, konnte eine Kapelle für das Haus gebaut werden.

„Die Kongregation U.L.F. von Sion“, schreibt P. Ratisbonne in den Annalen von Sion 1878, „wird sich stets mit ehrfurchtvollen Dank der väterlichen Zuneigung erinnern, die Pius IX. bei so manchem Anlass der kleinen Genossenschaft zuwandte. Der hl. Vater war es, der am Anfang unseres Werkes durch seine Aufmunterung so mächtig gefördert hat und späterer unserer Regel die endliche und feierliche Bestätigung erteilte…Unserem jüngsten Institut St. Peter bewies er besonderes Wohlwollen. Durch den Kardinal Patrizzi hat er uns Worte der Aufmunterung zugehen lassen und als Unterpfand seiner Huld der Kapelle unseres Institutes ein kostbares Bild übersandt. – Ja, eine der letzten Segensspendungen Pius IX. galt gerade dem Heiligen Lande und vorzüglich der Mission U.L.F. von Zion.“

Was ganz wichtig im Leben von Alphons von Ratisbonne zu sehen ist, es stand immer in Beziehung zu jenem gnadenhaften Ereignis des 20. Januars 1842. Seine Sendung für das Heil Israels zu arbeiten, sein Eintritt in den Jesuitenorden, danach sein Übertritt in die Kongregation der Brüder von Sion, die sein Bruder Theodor gegründet hatte, sein unermüdliches Arbeiten für die Schwestern und Brüdern der beiden Kongregationen von Sion, alles hatte mit seiner persönlichen Berufung zu tun.

Als Dank für seine Bekehrung am 20. Januar 1842 pilgerte Alphons Ratisbonne im Jahre 1878 nach Rom. Er wollte am Ort der Erscheinung Mariens nochmals eine hl. Messe feiern. Nach seiner Ankunft in Rom beeilte er sich sehr, um nach St. Andrea delle Fratte zu gelangen. Er ging direkt in die Sakristei und fragte, ob er am Gnadenaltar zelebrieren konnte. Was sich da in der Sakristei im Gespräch mit dem Sakristan abspielte, beschreibt er in einem Brief an eine Sions-Schwester so:

„Ich wurde in der Sakristei gefragt: ‚Wollen sie die Messe am Altar der Madonna del Ratisbonna feiern?‘ ‚Woher kommen sie überhaupt?‘ Zu welcher Missionsgesellschaft gehören sie denn überhaupt?‘ Ich antwortete: ‚Zur Mission von Jerusalem!‘ Da kam die Gegenfrage: ‚Kennen sie dann etwa Ratisbonne?‘ Und meine Antwort lautete: ‚Ja, gewiss kenne ich ihn, sogar sehr gut. Ich will sogar in seiner Intention die hl. Messe feiern?‘ ‚Va bene!‘ So lautete dann die Antwort des Sakristans.“

Danach besuchte er auch die Jesuitenkirche Gesù, wo er vor gut 36 getauft und gefirmt worden war. An den weiteren Tagen seines Romaufenthaltes feierte er täglich die Messe am Altar der Marienerscheinung in St. Andrea delle Fratte. Seinem Bruder Theodor schrieb er auf dieses Ereignis hin nach Paris, dass er bei diesen heiligen Messen immer zutiefst ergriffen gewesen sei: „Mir scheint, als ob ein Gutteil meines Herzens, meiner Seele, meines Lebens hier bliebe, um immerfort zu danken!“

Papst Pius IX., obwohl er schon vom Tod gezeichnet war, liess es sich nicht nehmen, mit Ratisbonne eine Stunde lang von ihm über seine segensreiche Tätigkeit in Jerusalem und die rasche Verbreitung der Sions-Schwestern berichten zu lassen. Die Schwestern hatten nämlich bereits über Jerusalem und Paris hinaus in England und Rumänien Niederlassungen zu denen bald noch solche in Rom, Lille, Marseille, Frankfurt, Wien, Madrid, Montreal, Sao Paulo, Buenos Aires und Melbourne hinzukamen. Die Sionsschwestern und –brüder sind bis heute ihrer ihnen von den beiden Ratisbonne Brüdern übertragenen Sendung treu geblieben.

Vier Monate nach dem Hinscheiden seines Bruders Theodor, machte sich auch Alphons auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem. Seinen Tod sah er mit kindlicher Hingabe herannahen. War nicht sein ganzes Leben der Liebe Gottes und dem Dienst der Armen und Leidenden geweiht gewesen? Wurde er nicht wunderbar an der Hand Mariens geführt, die ihn nun zur endgültigen Vollendung begleitete? Das bestätigte auch Sr. Eleonora, die Oberin des Ecce-Homo-Klosters, die bei seinem Sterben in Ain Karem dabei war. Sie drückte es so aus: „Im letzten Augenblick glänzte auf dem Antlitz unseres Vaters ein himmlisches Licht, seine Augen öffneten sich, von Leben und Glück strahlend. Anfangs drückten sie Erstaunen, dann Entzücken aus. Diese Ekstase dauerte drei Minuten lang. Darauf schlossen sich seine Augen, und ohne Zucken, ohne Kampf hatte er Gott seine Seele zurückgegeben.“

Sein Sterbetag war Dienstag, der 6. Mai, 1884, acht Uhr abends.

Begraben wurde er am 8. Mai 1884 im Friedhof der Sionsschwestern in Ain Karim, jenem Ort, wo die Begegnung Mariens mit ihrer Base Elisabeth stattfand.

Auf seinem Grabstein steht tatsächlich nichts anderes, als was er sich gewünscht hatte: „Père Marie“ , Pater Maria. Er hatte seinen letzten Wunsch so gedeutet:

„Das erste Wort sagt, dass ich ein verlorener Sohn war, der zum Vater heimfand, das zweite Wort aber spricht von der Barmherzigkeit Marias gegen mich.“

P. Gottfried Egger OFM schreibt einen interessanten Bericht über das Leben von Fr. Mary – Alphonse Ratisbonne. Dieser besteht aus vier Teilen und ist zu finden in der Zeitschrift „Im Land des Herrn“ – „Franziskanische Zeitschrift für das Heilige Land“ 69. Jahrgang 2015 Heft 4 und 70. Jahrgang 2016 Heft 1, 2 und 3.
Freundlicherweise hat P. Raynald Wagner der Chefredakteur uns die Texte zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich bleiben alle Rechte beim „Kommissariat des Hl. Landes, München“.