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Nazareth

Die galiläische Identität Jesu von Nazaret

Der Name “Nazaret” als kleine Stadt, als Wohnraum, ist nirgends in den alttestamentlichen Schriften zu finden. Und in archäologischen Funden erscheint der Name erst im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

Wir werden die galiläische Identität Jesu nach den Evangelien erkunden und uns dann mit dem Namen und der Stadt Nazaret beschäftigen.

Schließlich werden wir den Stamm Sebulon anschauen, in dessen Gebiet Nazaret liegt.

Wir werden sehen, dass der größte Teil des Lebens Jesu in Galiläa verbracht wurde. Er ging hinauf nach Jerusalem, um seine Passion zu erleiden und von den Toten aufzuerstehen.

Er wird seine Jünger zusammen mit den Frauen nach Galiläa zurückschicken, um sie in die Welt zu senden.

1) Die galiläische Identität Jesu von Nazaret

Das Evangelium nach Matthäus

Mt 2:21-23: Josef stand auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

Es scheint dem Autor des Evangeliums wichtig zu sein zu versichern, dass die Vorhersage erfüllt ist. Frage: Was bedeutet Nazoräer? Dieses Zitat erscheint nirgends in der Bibel.

Mt 3:1: Johannes der Täufer erscheint in der judäischen Wüste, wo er den Menschen aus Jerusalem, Judäa und der Umgebung am Jordan predigt. Und Jesus kommt aus Galiläa, um von Johannes getauft zu werden (“getauft”, im Hebräischen “tebila”, bedeutet, in Wasser eingetaucht zu sein): Dann kam Jesus aus Galiläa zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen (Mt 3:13).

Mt 4:12-16: Nachdem er vom Tod Johannes des Täufers gehört hatte, zieht sich Jesus nach Galiläa zurück; er verläßt Nazaret, um sich in Kafarnaum niederzulassen. Dann beginnt er seine Tätigkeit. Das Evangelium zitiert Jesaja, um die Bedeutung dieses Anfangs in Galiläa in der Heiligen Schrift zu verwurzeln. Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich desTodes wohnten, ist ein Licht erschienen.

“Galiläa” (im Hebräischen “galil”: גליל ) bedeutet eine “runde” Gegend.

Wegen der Nähe von Angreifern aus dem Norden, hatte Galiläa eine gemischte Bevölkerung aus Juden und Heiden. Dieses Zitat sagt also etwas über die Offenheit der Sendung Jesu sowohl zu Juden als auch zu Heiden.

Mt 16: In diesem Kapitel sagt Jesus seinen Jüngern zum ersten Mal, dass er nach Jerusalem hinauf gehen wird, um zu leiden und von den Toten aufzuerstehen. Dies geschieht, nachdem er Petrus seine Identität als Messias, Sohn des lebendigen Gottes, offenbart hat, und es findet in Cäsarea Philippi statt, einer alten griechischen und römischen Stadt im Norden von Galiläa, an den Jordanquellen.

Mt 22:41: Jesus scheint in Frage zu stellen, dass er “der Sohn Davids” ist, indem er Psalm 110 zitiert; denn selbst wenn er von David abstammt, ist er zuallererst der Herr (vgl. Mk 12:35). Aber Jesus zieht es vor, sich “Menschensohn” zu nennen.

Mt 20:29: Jesus verläßt Jericho und geht nach Jerusalem.

Im Evangelium nach Matthäus geht Jesus nie nach Jerusalem hinauf, noch verläßt er Galiläa, bis er für seine Passion nach Jerusalem geht (Mt 16:21).

Mt 28:6: Nach seinem Tod und seiner Auferstehung sendet Jesus die Jünger mit den Frauen zurück nach Galiläa: Geht und sagt den Jüngern: Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Und in Vers 16: Die elf Jünger gingen nach Galiläa. Dort empfangen sie den Ruf, zu allen Völkern bis ans Ende der Erde zu gehen.

Das Evangelium nach Markus

Mk 1:9: Jesus kommt aus Nazaret zu Johannes und wird in den Jordan hineingetaucht. Dann, nachdem er 40 Tage lang in der Wüste in Versuchung geführt wurde, geht er nach Galiläa, um seinen Auftrag zu beginnen: Jesus kam aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.

Mk 10:32.46: Sie waren auf dem Weg hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voraus… Sie kamen nach Jericho. Unterwegs heilt Jesus einen Blinden. Es heißt: Sobald der Blinde hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

Wieder wird Jesus von Nazaret als Sohn Davids anerkannt.

Im Evangelium nach Markus ist Jesus nie nach Galiläa zurückgekehrt. Die Sendung an die Jünger, zu gehen und allen Völkern das Evangelium (die gute Nachricht) zu verkünden, scheint in Jerusalem stattzufinden.

Das Evangelium nach Lukas

Lk 1:26: Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret gesandt. Nach Lukas, wurde Jesus in Nazaret, einer Stadt in Galiläa, empfangen. Sowohl Maria als auch Josef lebten vor und nach der Empfängnis Jesu in Nazaret.

zu einer jungen Frau, die verlobt war mit einem Mann namens Josef aus dem Hause Davids.

Für Lukas, wie für Matthäus, ist es wichtig, dass Josef vom Geschlechte Davids kommt, und deswegen sprechen sie später von der Geburt Jesu in Bethlehem.

Welches Bethlehem? In Judäa oder in Galiläa? Sprechen Matthäus und Lukas von der Volkszählung, um die Geburt Jesu in Bethlehem geschehen zu lassen?

Als die Juden aus dem Babylonischen Exil zurückkehrten, ließen sich einige aus dem Geschlechte Davids in Galiläa nieder. Mußten alle Einwohner für die Volkszählung nach Bethlehem gehen? War es nicht auch möglich, sich in ihrer aktuellen Stadt eintragen zu lassen?

Lukas weiß nichts von einem Hinabgehen nach Ägypten und dann von einer Rückkehr und Niederlassung in Nazaret. Von Anfang an sind Maria und Josef Bürger von Nazaret. Gingen sie also nach Bethlehem in Judäa, um sich eintragen zu lassen, oder gingen sie nach Bethlehem in Galiläa, etwa 15 km von Nazaret?

Lk 2:22: Als treue Juden, brachten Maria und Josef Jesus zum Tempel in Jerusalem, um den Erstgeborenen zu erlösen und für die Reinigung Mariens: Als die Zeit kam für die vom Gesetz des Mose vorgeschriebene Reinigung, brachten sie ihn nach Jerusalem.

Sind alle Juden für diese Riten zum Tempel hinaufgegangen? Wie wäre dies möglich angesichts der Länge dieser Reise ?

Lukas erwähnt, dass sie nach der Vollbringung dieser Riten nach Nazaret zurückkehrten: Als sie alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.

Lk 2:41: Als Jesus 12 Jahre alt war, sehen wir die Familie wieder, wie sie nach Jerusalem zum Paschafest hinaufgeht: Jedes Jahr gingen die Eltern Jesu zum Paschafest hinauf nach Jerusalem.

Es war für die Juden verpflichtend, zu den drei jüdischen Wallfahrtsfesten nach Jerusalem zu gehen. Wenn sie weit weg von Jerusalem wohnten und nicht zu jedem Fest gehen konnten, wählten sie eines der drei Feste aus, um das Gebot zu erfüllen.

Lk 3:23: Nachdem Jesus im Alter von 30 Jahren durch Johannes im Jordan getauft war, legt uns Lukas seinen Stammbaum von Josef bis Adam vor, ein Zeichen seiner Einfügung in die Menschheit. Jesus ist Sohn Davids: ein Zeichen seiner Einfügung in ein spezifisches Volk, eine spezifische Abstammung. Dies ist für Lukas eine andere Weise, die besondere Sendung Jesu an Israel und auch den universellen Aspekt seiner Sendung an die ganze Menschheit zu sagen.

Und wie bei Matthäus, beginnt Jesus seine Sendung in Galiläa, nachdem er in der Wüste versucht wurde.

Lk 4:14-16: Erfüllt mit dem Heiligen Geist, kehrt Jesus nach Galiläa zurück und kommt in der Stadt Nazaret an, wo er aufgewachsen ist. Diese Stadt hat eine Synagoge und genügend Menschen, sodass ein Gottesdienst gehalten werden kann: Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück… Er kam nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge.

Von seinen Worten überrascht, fragen die Leute: “Ist das nicht der Sohn Josefs?” (Lk 4:22)

Wir können sehen, dass er auch in den Synagogen Judäas gepredigt hat (Vers 44).

Lk 9:51: Dann ging Jesus nach Jerusalem zu seiner Passion. Als die Zeit herankam, in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte, entschloß sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Die Formulierung ist sehr stark und zeigt, wie entschlossen Jesus war, zu seiner Passion, seinem Tod und seiner Auferstehung zu gehen. Es ist wichtig, dass sein “Hinüber-Gang” in Jerusalem geschehen wird.

Endet damit die Tätigkeit Jesu in Galiläa?

Lk 9:51-13:22: Lukas sagt nicht, wo das darauffolgende Lehren stattfindet. In Lk 13:31 warnen einige Pharisäer Jesus, nicht nach Jerusalem zu gehen, da Herodes ihn töten will, und in Lk 17:11 sehen wir, wie er von Galiläa und Samarien nach Jerusalem geht und auch nach Jericho (19:1). Von Jericho aus geht er nach Jerusalem über Bethphage und Bethanien, den Ölberg hinunter, und dann geht er in den Tempel hinein.

Nach seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung ruft Jesus die Jünger, allen Völkern die Frohe Bothschaft zu verkünden, angefangen in Jerusalem. Jesus steigt in den Himmel hinauf, und weder er noch seine Jünger sind jemals nach Galiläa zurückgekehrt.

Das Evangelium nach Johannes

Joh 1:19-51: Die Begegnung mit Johannes dem Täufer und die Berufung der ersten Jünger scheinen am Jordanufer stattzufinden.

Joh 1:45: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Hier wird deutlich bestätigt, dass Jesus aus Nazaret kommt.

Joh 2: Die Hochzeit zu Kana findet in Galiläa statt.

Jesus trifft Johannes den Täufer auf der anderen Seite des Jordan nahe bei Bethanien. Auf dem Weg nach Galiläa zurück, ruft er seine Jünger.

Joh 4, 5, 6, 7: Jesus geht hin und her von Galiläa über Samarien nach Judäa – Jerusalem.

Joh 10:40: Sein Wandern endet, als er zurück an den Ort geht, wo Johannes ihn getauft hat, und dort bleibt her und geht hinauf nach Jerusalem, als er hört, dass sein Freund Lazarus krank ist (Kapitel 11).

Joh 21: Nach seinem Tod und seiner Auferstehung kehren die Jünger nach Galiläa zurück, und dort erscheint Jesus ihnen am See von Galiläa, und nachdem sie gefischt hatten, brät er für sie Fisch. Simon Petrus wird zum Gruppenleiter, und das Evangelium endet mit dem Ruf: “Folge mir nach.”

Fazit: Alle Evangelien sprechen vom Ort, wo Jesus in Galiläa gelebt hat, und von Nazaret wird gesagt, es sei seine Heimatstadt gewesen. Er ist vom Geschlecht Davids.

Der größte Teil der Tätigkeit Jesu findet in Galiläa statt. Er geht nach Jerusalem ausdrücklich, um seine Passion, seinen Tod und seine Auferstehung zu vollziehen.

Wir können sehen, dass Jesus nie nach Bethlehem gegangen ist.

2) Nazaret

Die Evangelien sagen uns nicht viel über diese “Stadt”.

Wie schon gesagt, wird Nazaret im Alten Testament nicht erwähnt.

In Lk 1:26 und 2:3 wird es eine “Stadt” genannt (polis: πολις) wie Bethlehem.

Nach Joh 1:46 scheint es nicht sehr wichtig zu sein. Oder wurde diese Stadt verachtet? Warum?

Wir lernen, dass es dort eine Synagoge gab, die groß genug war, um eine Menschenmenge zusammen zu führen (Lk 4:16).

Der Name “Nazaret”

Das Wort könnte vom Hebräischen “nezer” kommen, das “Sproß” (נצר ) bedeutet und auf Jes 11:1 hinweisen könnte: Aus Isais Baumstumpf wächst ein Reis hervor, ein junger Sproß aus seinen Wurzeln… Dieser Vers wird in Röm 15:19 auf den Messias angewandt. Und in einem Hymnus aus Qumran ist der Gründer der Gemeinschaft der “nezer”, der von Gott gepflanzt wurde.

Nazoräer (im Griechischen: Nazoraios, Ναζωραιος (vgl. Mt 2:23: Er wird Nazoräer genannt werden) kann sich nicht auf die Sekte der Nazarener beziehen, die noch nicht existierte. So könnte es verstanden werden als jemand, der aus Nazaret kommt. Dieser Name bezeichnete die Jünger Jesu (vgl. Apg 24:5; 26:9): Wir finden, dieser Mann ist eine Pest, ein Unruhestifter bei allen Juden in der Welt und ein Rädelsführer der Nazoräersekte.

Eine Zweideutigkeit entsteht aus der Tatsache, dass die deutsche Schreibweise eine Umschrift des griechischen Wortes Ναζαρέτ (Nazaret) ist, das selbst eine Umschrift des hebräischen Wortes נצרת  (natzeret) ist. Das griechische Alphabet hat nicht den Buchstaben, der dem hebräischen Zade (צ) entspricht; stattdessen wird das Zeta (ζ) verwendet.

Eine weitere Zweideutigkeit kommt von der Tatsache, dass Nazoräer manchmal (zumindest im Englischen) als Nazarener übersetzt wird.

Es folgt der Brief des Hieronymus an Pammachius, der Jesaja aus der Septuaginta zitiert und (zumindest im Englischen) Nezer als Nazarener übersetzt:

“Und er kam und wohnte in einer Stadt namens Nazaret: dass erfüllt werde, was von den Propheten gesagt wurde: Er wird Nazarener genannt werden.” (Matthäus 2:23). Laßt die Wortliebhaber und die netten Kritiker aller Kompositionen uns sagen, wo sie diese Worte gelesen haben; und wenn sie es nicht können, kann ich ihnen sagen, dass sie bei Jesaja sind (Jesaja 11:1). Denn an der Stelle, wo wir lesen und übersetzen, “Ein Reis wird aus dem Stamme Isais hervorgehen und ein Sproß wird aus seinen Wurzeln wachsen”, ist dies im hebräischen Idiom so geschrieben: “Ein Reis wird aus dem Stamme Isais hervorgehen, und ein Nazarener wird aus seinen Wurzeln wachsen.” Wie kann die Septuaginta das Wort ‘Nazarener’ auslassen, wenn es gegen das Gesetz ist, ein Wort durch ein anderes zu ersetzen? Es ist Sakrileg, ein Mysterium zu verbergen oder zu vernichten.”

Tertullus (zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts – Anfang des 2. Jahrhunderts) nennt Jesus einen Nazarener (Contra Marcion IV 8).

“Der Christus des Schöpfers mußte nach der Vorhersage ein Nazarener genannt werden, woraufhin die Juden auch uns deswegen nach ihm Nazarener nennen. Denn wir sind diejenigen, von denen geschrieben ist, ‘Ihre Nazarener waren weißer als Schnee” (Klagelieder 4:7) – selbst jene, die einst mit den Flecken der Sünde verunreinigt und durch die Wolken der Unwissenheit verdunkelt waren. Aber der Titel Nazarener war dazu bestimmt, für Christus ein angemessener Titel zu werden wegen des Verstecks seiner Kindheit, für die er hinunterging und in Nazaret lebte, um dem Archelaus, dem Sohn des Herodes, zu entkommen.”

Im Talmud (San. 43/a) wird einer der Jünger Jesu nezer genannt, und der Talmud zitiert Jes 11:1. Jene Jünger Jesu wurden von den Juden verflucht, weil sie Angehörige einer Sekte waren.

“Unsere Rabbis haben gelehrt, dass Jeschu fünf Jünger hatte, Matthai, Nakai, Nezer, Buni und Todah. Als Matthai vor Gericht gebracht wurde (…) Als Nezer herein gebracht wurde, sagte er: Soll Nezer hingerichtet werden? Steht nicht geschrieben: Ein Nezer (ein Sproß) wird aus seinen Wurzeln hervorwachsen (vgl. Jes 11:1). Ja, sagten sie, Nezer soll hingerichtet werden, da geschrieben steht: Du aber wurdest hingeworfen ohne Begräbnis, wie ein verachteter Nezer (verabscheuter Abkömmling) Jes 14:19.[1]

Wenn das Wort Nazoräer (manchmal übersetzt als “Nazarener”) im Hinweis auf Jesus und seine Jünger für Christen angewandt wurde (vgl. Apg 24:5), begannen Menschen in Antiochien sie Christen zu nennen (χριστανος: gehörend zu Christus, was Messias bedeutet). Und das moderne Hebräisch verwendet das Wort nozrim (נוצרים), ein hebräischer Standardbegriff für “Christen”, der auf Jesus von Nazeret hinweist. Nozrim bezieht sich auf Jesus von Nazeret, wie auch im Qur’an zu sehen ist: نصارى nasara (die Mehrzahl von  نصراني nasrani, “Christen”). Im modernen Arabischen werden die Christen مسيحي  oder in der Mehrzahl المسيحيين genannt, jene, die dem Messias folgen.

Im 4. Jahrhundert sprach auch Hieronymus von Nazarenern als solche, “die den Messias so annehmen, dass sie nicht aufhören, das alte Gesetz zu halten”. In seinem Brief 75 an Augustinus schrieb er:

“Was soll ich von den Ebionitern sagen, die so tun, als seien sie Christen? Noch heute gibt es unter den Juden in allen Synagogen des Ostens eine Häresie, die jene der Minoer genannt wird, und die noch immer von den Pharisäern verurteil wird; (ihre Jünger) werden normalerweise ‘Nazarener’ genannt; sie glauben, dass Christus, der Sohn Gottes, von der Jungfrau Maria geboren wurde, und sie halten ihn für denjenigen, der unter Pontius Pilatus gelitten hat und in den Himmel aufgefahren ist, an den auch wir glauben. Aber während sie behaupten, sowohl Juden als auch Christen zu sein, sind sie weder das eine noch das andere.”

Im 4. Jahrhundert gab es eine Sekte, die Nazarener genannt wurde.

Archäologische Funde

Der Name der Stadt Nazaret bleibt ein Rätsel.

Nazaret wird in alttestamentlichen Quellen nicht genannt. Die erste Quelle kommt aus dem Neuen Testament.

Archäologen haben alte Überreste gefunden (Keramik) aus der Steinzeit und der Bronzezeit. Nichts aus der  Zeit der Assyrer, der Babylonier, der Perser oder der Hellenisten.

Nach dieser langen Zeit, wurden Häuser, Bäder, Gräber aus der römischen Zeit gefunden. Im Jahre 2009 hat der israelische Archäologe Yardenna Alexandre in Nazaret Überreste ausgegraben, die zur Zeit Jesu in der frühen römischen Periode zurückgehen. Alexandre sagte Journalisten: “ Die Entdeckung ist äußerst wichtig, denn sie zeigt zum allerersten Mal ein Haus aus dem jüdischen Dorf Nazaret.”

Wir wissen, dass das assyrische Kaiserreich viele Städte zerstört hat. Wir können dann annehmen, dass die Siedlung später wieder besetzt wurde von davidischen Clans, die aus Babylonien kamen und auf Wallfahrt nach Jerusalem gingen. Sie nannten die Siedlung Nazaret und bezogen sich auf den nezer (den Sproß in Jes 11:1), was darauf hinwies, dass der Messias von ihrem Geschlecht kommen würde.

Erste nicht-christliche Quelle, die Nazaret nennt

Professor Michael Avi Yonah hat Mitte des 20. Jahrhunders eine alte Synagoge entdeckt, die zur Zeit Herodes des Großen zurückgeht. Diese Synagoge wurde während des Bar Kochba Aufstandes zerstört, im 3. Jahrhundert dann wieder aufgebaut, um Mitte des 4. Jahrhunderts wieder zerstört zu werden. Im Laufe der verschiedenen Ausgrabungen wurden drei Fragmente eines grauen Marmorsteins gefunden, auf denen verschiedene Priesterklassen und ihr Ort eingraviert waren; diese Priesterklassen versicherten den Tempeldienst (mischmeret). Die 18. Klasse kam aus Nazaret. Dies ist der erste nicht-christliche Hinweis auf Nazaret.

Selbst wenn es seit dem Jahre 70 unserer Zeitrechnung keinen Tempel mehr gab, wurde die Unterscheidung der Klassen beibehalten.

Professor Avi Yonah, von vorhergehender Arbeit inspiriert, versuchte, die 24 Klassen, die im Buche der Chronik genannt werden, wieder zu konstruieren. Er gründete seine Forschung auf ein Klagegedicht, das von einem galiläischen Dichter, Eleasar ha-Kalir (6. Jahrhundert) für Tischa beAv geschrieben wurde, und er verglich dieses Gedicht mit einer Inschrift in Cäsarea. In diesem Gedicht kommt Nazeret vor als der Ort der 18. Klasse.

Die achtzehnte priesterliche Klasse, Hapizzez (genannt), (ließ sich wieder) in Nazeret (nieder).

Von den drei Fragmenten, die gefunden wurden, scheint die Inschrift eine Liste der vierundzwanzig priesterlichen Klassen zu sein (vgl. das Buch der Chronik, 1 Chronik 24:7-19, und das Buch Nehemia, Nehemia 11:12), wo jeder Klasse (oder Familie) ihre richtige Ordnung zugeschrieben wird, wie auch der Name der jeweiligen Stadt oder des Dorfes in Galiläa, wo sie sich niederließen. Nazaret wird nicht mit dem Z-Laut geschrieben, sondern mit dem hebräischen Zade (“Nazeret”), und ein Ort wird erwähnt, der deutlich in der Gegend von Nazaret liegt, und der den Namen Nazaret נצרת hat (in diesem Falle als “Nizrat” vokalisiert). Dies war während wenigstens mehrerer Jahrhunderte nach dem Bar Kochba Aufstand die Heimat der Nachkommen der 18. Cohen Familie Happizet ( פצץ).

Hier ein Teil der Rekonstruktion von Avi Yonah:

Die 17. Klasse Hezir MA]MLIAH

Die 18. Klasse Hapizzez NAZARET

Die 19. Klasse Pethahia AKHLAH Arab

Die 20. Klasse Ezechiel MIJGDAL Nunaiya

Diese Priesterklassen sind wahrscheinlich von Jerusalem geflohen, nachdem sie nach dem Bar Kochba Aufstand (135 unserer Zeitrechnung) von den Römern ausgewiesen wurden, und haben sich in Galiläa niedergelassen.

Es folgt eine christliche Quelle, die Nazeret Nazara nennt:

Julius Africanus, ein geachteter Laie, schrieb gegen 200 unserer Zeitrechnung einen Brief an Aristides. Er zitierte den Historiker Eusebius, der über die Genealogie des Matthäus und Lukas gearbeitet hat.  Eus.Eccl Hist.1,7,14 PG 94,97\99

“In der Antike dachten nur wenige, dass es sich lohne, persönliche Memoiren zu hinterlassen, da sie über das eine oder andere archivare Material nachdachten oder Namen aus dem Gedächtnis holten, um das Gedenken an ihre edle Geburt zu bewahren. Aber unter ihnen wurden schon “desposynoi” (Volk des Herrn) erwähnt, die so genannt werden wegen ihrer Verwandtschaft mit der Familie des Erlösers. Sie kamen ursprünglich aus dem jüdischen Dorf Nazara und Cochaba, und sie verbreiteten sich über den Rest des Landes. Sie haben die oben erwähnte Genealogie aus dem Buch der Tage aufgezeichnet, wie sie es konnten.”

Von diesem Dokument können wir lernen, dass selbst wenn Genealogien mit einer theologischen Absicht aufgebaut wurden, es Chroniken gab, die im Gedächtnis behalten wurden und die manchmal als Dokument geschrieben waren, wie “das Buch der Tage”.

Wir lernen auch, dass Nazeret, hier Nazara genannt, ein jüdisches Dorf war, das mit Jesus und seiner Familie verknüpft war.

Hatte die Existenz dieser Stadt mit dem Eigennamen Nazeret erst mit Beginn des Christentums begonnen (als Jesus anerkannt war als der “nezer”, der in Jesaja 11 erwähnt wird)? In diesem Falle wäre das Neue Testament die erste historische Erwähnung, wobei die Apostelgeschichte (10:38-42) der älteste Text wäre.

Erhielt die Stadt ihren Namen von davidischen Clans, die sich in der römischen Zeit dort niederließen?

Wir können schließen, indem wir das Rätsel aufrecht erhalten. Eine wichtige Tatsache ist, dass dieser Name während der römischen Periode zum Namen eines jüdischen Dorfes, einer jüdischen Stadt wurde, und es seitdem bis jetzt geblieben ist. Dieser Name wurde von der ganzen Menschheit anerkannt und adoptiert als die Stadt der Familie Jesu von Nazaret.

Sebulon

Nazaret liegt im Gebiet von Sebulon.

Es wird in Mt 4:12-17 erwähnt, wo Jesaja zitiert wird:

Als er hörte, dass Johannes verhaftet worden war, zog er sich nach Galiläa zurück.

Er verließ Nazaret und ging nach Kafarnaum am See, im Gebiet von Sebulon und Naftali, auf dass erfüllt werde was von Jesaja dem Propheten gesagt worden war:

“Land Sebulon und Land Naftali, die Straße zum Meer jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden, das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf (Jes 9:1-2).”

Von da an, begann Jesus zu predigen und zu sagen: “Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe.”

In Gen 30:19 sehen wird, dass Sebulon der 10. Sohn Jakobs ist, der 6. Sohn der Lea:

“Noch einmal wurde Lea schwanger und gebar Jakob einen sechsten Sohn. Da sagte Lea: Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht… ich habe ihm sechs Söhne geboren. Sie nannte ihn also Sebulon.”

Hier ist der Segen Jakobs über Sebulon (Gen 49:13): “Sebulon wohnt nahe dem Strand, am Gestade der Schiffe, mit seinem Rücken nach Sidon hin.”

In Numeri 1:31 wird der Stamm Sebulon unter den Stämmen erwähnt zusammen mit der Anzahl der Menschen, die in der Eroberung des Landes mitwirken. Er wird unter den Spionen genannt, die von Mose erwählt wurden, um das Land zu erkunden (Num 13:10). Er war Gaddfiel, der Sohn Sodis.

Josua 19:10-16: Hier wird mit genauen Angaben das Gebiet, das Sebulon zugesprochen ist, beschrieben. Es ist schwierig zu erkennen, ob die Stadt, die Nazaret wurde, dazu gehört. Wir können sehen, dass Bethlehem von Galiäa erwähnt wird. Diese alte Stadt ist tatsächlich 15 km von Sebulon entfernt, das zum Gebiet Galiläa gehörte.

Richter 5:18: Im Lob des Herrn, der auch andere Clans und Stämme erwähnt, sagt Deborah von Sebulon, er sei bereit, sein Leben zu riskieren, und er verachte den Tod.

Als David in Hebron zum König gemacht wurde, war Sebulon unter den Stämmen, die mit Abteilungen von Truppen zu David nach Hebron kamen, um das Reich Sauls an David zu übergeben, gemäß den Worten des Herrn (vgl. 1 Chronik 12:23.33). Und er trug Nahrung bei für die Feier: Sebulon und Naftali kamen und brachten Nahrung mit Eseln, Kamelen, Maultieren und Ochsen, reichhaltigen Vorrat von Mehl, Kuchen, Feigen… (Vs. 40-41).

Als Hesekiah für die Gräueltaten seines Vaters Ahas Wiedergutmachung leistete, lud er ganz Israel ein, das Paschafest im Hause des Herrn zu halten. Die Gesandten des Reformators wurden mit Spott und Hohn empfangen; aber manche waren der Religion ihrer Väter treu, und sogar von weit her ging Sebulon nach Jerusalem hinauf, zerstörte ihre Götzenbilder und hielt das Fest der ungesäuerten Brote (2 Chronik 30:10-23).

Auch wenn es nicht viel über Sebulon zu sagen gibt, zeigen uns wenigstens diese Zitate die Treue des Stammes, seine Güte… Es gehörte zum Galiläa der Völker.

 

 

 

 

 

 

 

 

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[1]              In Jesaja gibt es wahrscheinlich ein Wortspiel zwischen “Nebukadnezar, dem babylonischen Angreifer, und Nezer.