Neuigkeiten, Praktikum 2015

Victoria’s Apostolisches Praktikum

Arbeiten in der zweisprachigen Schule „Hand in Hand

Meine apostolische Erfahrung sammelte ich bei der Arbeit in der Schule „Hand in Hand“ in Jerusalem, einer Schule für arabische (muslimische und christliche) und jüdische Kinder. Das ist eine zweisprachige Schule: Arabisch und Hebräisch. In jeder Klasse sind zwei Lehrer, einer für Hebräisch, einer für Arabisch, denn die Kinder lernen beide Sprachen (1).

Ich bin in der ersten Klasse, das heißt: siebenjährige Buben und Mädchen. Für mich ist das eine großartige Erfahrung, und ich betrachtete es als Herausforderung. Weil ich der Kongregation „Notre Dame de Sion“ angehöre, ist dies der ideale Platz, unsere Spiritualität in die Praxis umzusetzen: in verschiedenen Aufgabenbereichen für Frieden und das Gespräch mit Menschen zu arbeiten, die anders sind, und sie zu akzeptieren, so wie sie sind. Ich helfe Kindern, die etwas Hilfe in Arabisch und Mathematik brauchen. Manchmal spiele ich mit ihnen, wenn sie Sport haben oder eine Pause. Sie freuen sich sehr, wenn ich mit ihnen spiele.

Die Lehrer ermunterten mich, meine Talente zu nützen, so mache ich beispielsweise jeden Dienstag Handarbeit mit den Kindern. Das freut sie, und jeden Dienstag warten sie darauf, dass ich ihnen etwas Neues beibringe. Das ist eine großartige Gelegenheit für mich: die Zeit, wenn ich mich darauf vorbereite, was ich sie lehren werde. Das macht mir Freude, denn ich liebe es, aus einfachen Dingen wie Papier oder anderem etwas zu erzeugen. Statt es in den Abfallkorb zu werfen, kann ich es verwenden! Ich kann leicht etwas im Haus finden, das wir üblicherweise wegwerfen. Die erste Woche war sehr lustig, weil ich nicht recht wusste, wer Arabisch sprach und wer Hebräisch, und ich machte immer wieder Fehler. Manchmal spreche ich gerne mit den Kindern, und dann bitte ich ein Kind, für mich zu übersetzen. Es ist eine große Herausforderung, aber ich liebe sie. Manche Kinder versuchen, mir hebräische Worte beizubringen, und das ist lustig, weil ich nicht sehr gut aussprechen kann.

Eine andere Erfahrung war es mit den behinderten Kindern in „St. Vincent“ in Ein Karem, die jemand brauchen, um sie zu unterstützen bei den Mahlzeiten – ich war sehr froh, ihnen Nahrung geben zu können, damit sie stark werden. Jedes Mal wenn ich dort war, bekam ich Energie von den Kindern, wenn sie mich anlächelten und lachten. Ich liebe ihr Lächeln, denn es ist ein unschuldiges Lächeln.

Ich war außerdem eine spezielle Arabischlehrerin für eine kluge Studentin, eine Volontärin aus Polen in Ein Karem („Notre Dame de Sion“). Ich genoss diese Erfahrungen wirklich, die so anders für mich waren, aber ich liebe es, Neues zu erleben, auch wenn es mich herausfordert, denn ich liebe alles Abenteuerliche – aber mit Gottes Hilfe. So habe ich in dieser Zeit Gottes Liebe gespürt.

Novizin Victoria, Mai 2015.

(1) Das Jüdisch-Arabische Erziehungszentrum “Hand in Hand” bringt Tausende Juden und Araber in fünf Schulen und Gemeinden in ganz Israel zueinander: in Jerusalem, in Galiläa, in Wadi Ara, in Jaffa, in Haifa. Wir beweisen Tag für Tag, dass Einbeziehung und Gleichheit für Bürger Israels möglich ist, siehe: www.handinhandk12.org