Monate: Januar 2018

Das Ereignis des 20. Jänner

Das Schweigen Mariens, als sie sich Alphonse Ratisbonne am 20. Jänner 1842 zeigte, sagt mehr als tausend Worte. Denn es hat mit einem großen Geheimnis zu tun, nach Paulus sogar mit „dem“ Geheimnis überhaupt: dass Gott seine Liebe für die ganze Menschheit dadurch offenbart, dass her ein bestimmtes Volk erwählt; dass Gott in diesem Volk geboren wird, und dass Gott diese Wahl innerhalb der Universalität der Liebe Gottes aufrecht erhält. Dieses Schweigen läßt uns den Raum, das Geheimnis zu betrachten, zu studieren, ohne jemals zu denken, dass wir an sein Ende gekommen sind. Dies ist es, was Alphonse Ratisbonne verstanden und uns weitergegeben hat, und dies ist es, was wir seitdem an jedem 20. Januar in der großen Familie „Unserer Lieben Frau von Sion“ feiern. Sr Anne-Catherine Avril NDS Übersetzung: Sr. Kathy Wolff NDS

„Eine Kirche, die in sich ruhte, beginge Verrat“

Acht Jahre stand der Jesuitenpater David Neuhaus (55) als Patriarchalvikar an der Spitze der hebräischsprachigen Katholiken in Israel und leitete die Migrantenseelsorge. Mitte August trat er von seinem Amt zurück. Im Interview der Tagespost zieht der Jesuit mit südafrikanisch-jüdischen Wurzeln Bilanz. Pater Neuhaus, Ihr Engagement in der hebräischsprachigen Gemeinde geht weiter zurück als Ihre Ernennung zum Patriarchalvikar im Jahr 2009… Ich war zwölf Jahre in Vollzeit in der Gemeinde tätig, die sich in zwei Abschnitte gliedern: 2005 bis 2008 als Assistent des damals ernannten Patriarchalvikars Pierbattista Pizzaballa. Im September 2008 ernannte Patriarch Fouad Twal mich zum Koordinator der hebräischsprachigen Gemeinde und im März 2009 zum Patriarchalvikar. Ein Jahr später übernahm ich zusätzlich die Verantwortung für die Migrantenpastoral, ein Amt, das bis dahin nicht existierte. In welchem Zustand haben Sie 2005 die Gemeinde übernommen? Das Amt des Patriarchalvikars für die hebräischsprachigen Katholiken wurde 1990 eingerichtet, 2003 definierte der Heilige Stuhl seinen Sonderstatus. Mit mir war erstmals eine Person in Vollzeit für die Gemeinde beschäftigt, die zu der Zeit nicht sehr lebendig war. Patriarchalvikar Pizzaballa und ich …

Maryam im Koran

Maria, in Arabischer wie Hebräischer Sprache Maryam genannt, wird als einzige Frau im Koran namentlich erwähnt. Maria bekommt ihre Bedeutung im Koran durch die Geburt Isa: „Christus der Sohn Marias“ in Sure, 5,75 und „der Christus Isa, der Sohn Marias“ in Sure 4,171 und „das ist Isa, der Sohn Marias“ in Sure 19,34. Schon vor der islamischen Zeit genoss Maria-Maryam die Mutter Isas in der arabischen Welt hohes Ansehen. „Und als Gott sprach: „Oh Isa Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern…“ Sure 5, 116 Wird im Koran Maria der Mutter Isas mit dieser Aussage eine göttliche Verehrung zugesprochen? Eine Legende erzählt, dass es in der Kabba ein Wandbild von ihr mit dem Kind gegeben hat und der Prophet Mohammed soll dessen Zerstörung verhindert haben. In Sure 5, 75 „seine Mutter ist eine Wahrhaftige“ wird Maria besonders ausgezeichnet. Die Sure 19 heißt „Maria-Maryam“ und hat 98 Verse. Sie gehört in die Mekka Zeit (um das Jahr 615) also in jene Anfängerzeit in …