Jahr: 2018

Brief aus St. Johannes in Montana, 12/2018

Liebe Brüder und Schwestern, Nachrichten über den Nationalismus und seine Angst for Unterschieden oder 18 NGOs, die Pakistan verlassen mussten, weil Pakistan jetzt strenger gegen Christen und säkulare Hilfsorganisationen handelt. Antisemitische Haßdelikte in Kanada haben um 60% zugenommen, mit 360 berichteten Vorkommnissen im Jahre 2017. All diese Realitäten können das Licht nicht daran hindern zu leuchten. Wir haben mit Anne Catherine das Chanukka fest und Weihnachten studiert und haben gelernt, dass Chanukka und Purim die beiden kleineren Feste im Judentum sind, und dass beide von Verfolgung sprechen. Das Purimfest denkt daran, dass die exilierten Israeliten schlecht behandelt wurden in einer Bemühung, sie auszurotten. Dies fand statt durch ein Dekret, das vom bösen Haman, dem Berater des Königs Ahasuerus, ausging (von Letzterem wird angenommen, er sei Xerxes I oder Artaxerxes I von Persien). Dabei war es das Ziel, das leibliche Volk Israel zu zerstören. Purim ist der Moment, in dem die Verfolgten sich rächen, sodass der Verfolger zum Verfolgten wird. Am Chanukka fest wird daran gedacht, dass die Griechen die Seele des Volkes Israel töten wollten. …

Ein Kindergarten als Lebenshilfe!

Mein Besuch in Gaza im Oktober Diesmal konzentrierten wir uns auf den Besuch von zwei Kindergärten in der Umgebung von Gaza-Stadt sowie einigen Familien, denen wir ihre monatlichen Essensbeutel mitgebracht haben. Der erste Kindergarten, den wir besucht haben, ist sehr einfach und hatte wenig Möglichkeiten. Das Gebäude ist alt und klein. Es gibt wenig Spielzeug oder Material für die Kinder, aber die Zimmer wo unterrichtet wird sind alle sehr sauber und auch die Kinder waren alle sauber. Ihr Verhalten war Beispiel gebend. Die Kinder bekommen während der 6 Tage Unterricht eine Mahlzeit und für viel Kinder das ist die einzige Mahlzeit des Tages. Es gibt ungefähr 100 Kinder, die während unseres Besuchs ihre Mahlzeit erhalten haben, die Bilder sprechen für sich. Ich habe noch nie Kinder gesehen, die mit so viel Respekt und Würde ihr Essen essen. So konnte man während des Essens kein Wort hören. Selbst als die Mahlzeit verteilt wurde, wartete jedes Kind geduldig die Mahlzeit zu bekommen, und es scheint mir, als würden die Kinder in einer meditativen Art ihre Mahlzeit essen …

Wie Muslime ueber Christen denken!

Ich glaube, es ist ein Unterschied zwischen der islamischen Religion selbst und dem religiösen Leben im Alltag, wie Muslims es von ihren Eltern mitbekommen haben. Muslime, die ihren Glauben von den Eltern mitbekommen haben, sollten die grundlegenden Lehren unseres Propheten suchen und studieren. Das erste Wort in unserm Buch heißt „Lies im Namen des Herrn“. In unserer modernen Welt sind Moslems und Christen in ihrem Leben laufend in Kontakt miteinander. Sie haben sich miteinander entwickelt, sie haben eine gemeinsame Geschichte und eine gemeinsame Zivilisation: jetzt und in Zukunft. Wir suchen beide eine Möglichkeit, wie wir einander verstehen können in den Bereichen von Frieden und Gerechtigkeit. Aber in der moslemischen Welt gibt es keine Menschenrechte, keine Redefreiheit. Und die große Zahl ungebildeter Menschen ist ein großes Hindernis! Durch Dialog, durch Geduld und durch Respektieren der Unterschiede könnten wir Frieden zwischen den Religionen erreichen und so unserer Welt zu einem friedlicheren Dasein verhelfen. In unserm Leben sind die Propheten unsere Vorbilder: sie haben uns ihre Botschaften hinterlassen, mit allen Schwierigkeiten. Für Moslems war Jesus stets das gute, …

Das Kreuz ohne Furcht tragen

In dem nachstehenden Gespräch erklärt der koptische Bischof Thomas, warum die Idee des Märtyrertums viele Antworten für das Leben im 21. Jahrhundert bietet. © Albin Hillert/ÖRK Von Katja Buck* Die brutalen Angriffe auf zwei Kirchen in Alexandria und Tanta am Palmsonntag mit mehr als 40 Opfern sind nicht die ersten Anschläge auf Menschen christlichen Glaubens in Ägypten. Im Januar hat der so genannte Islamische Staat koptischen Christinnen und Christen den Krieg erklärt und acht von ihnen ermordet. Im Dezember 2016 wurden bei einer Explosion in einer koptischen Kirche in Kairo 30 Menschen getötet. Wie soll man mit dieser konstanten Bedrohung umgehen? Und was soll man dem Hass entgegensetzen, der zwischen der christlichen und muslimischen Glaubensgemeinschaft wächst? Die koptische Kirche hat darauf seit 2000 Jahren eine Antwort: das Märtyrertum, eine in den meisten Teilen der Welt längst vergessene Idee. In dem nachstehenden Gespräch erklärt der koptische Bischof Thomas, warum dieses Konzept des Märtyrertums auch im 21. Jahrhundert noch viele Antworten bereit hält. Das Thema Märtyrertum wurde im Februar 2015 wieder aktuell, als 21 junge Kopten vom …

Darstellung des Herrn im Tempel

Reinigung der Frau, die ein Kind geboren hat Lukas 2,22-40, siehe Levitikus Kap. 12 Nach der Geburt eines Jungen geschieht die Reinigung 33 Tage nach der Beschneidung. Es geht um eine rituelle Reinigung, die ihren Platz auf derselben Linie hat wie das, was in Lev 15 in Bezug auf die Reinigung nach der monatlichen Blutung oder nach einem Samenerguss  gesagt wird. Siehe Lev 17,14: „das Blut ist das Leben“. Man kann darin die Bedeutung von körperlicher Integrität sehen, von der Notwendigkeit, den Körper wieder herzustellen, was letztendlich die Person berührt und die Gelegenheit zu einer spirituellen Reinigung sein kann. In gewissem Sinne werden die Ereignisse erhöht, die mit dem Körper zu tun haben, indem sie zur Gelegenheit für eine religiöse Erfahrung gemacht werden (wir können an die Haltung Jesu denken, der den Leib heilt und gleichzeitig von Sünden reinigt). Die Auslösung des Erstgeborenen פדיון הבן Siehe Lukas 2,23 Biblische Vorschrift: Ex 13,11-15; Num 18,15-16; 3,40 Entschädigung für den Tod der Erstgeborenen der Ägypter (siehe Ex 12,29-34). Durch die Vermittlung des Cohen (Priester) wird das Kind …

Das Ereignis des 20. Jänner

Das Schweigen Mariens, als sie sich Alphonse Ratisbonne am 20. Jänner 1842 zeigte, sagt mehr als tausend Worte. Denn es hat mit einem großen Geheimnis zu tun, nach Paulus sogar mit „dem“ Geheimnis überhaupt: dass Gott seine Liebe für die ganze Menschheit dadurch offenbart, dass her ein bestimmtes Volk erwählt; dass Gott in diesem Volk geboren wird, und dass Gott diese Wahl innerhalb der Universalität der Liebe Gottes aufrecht erhält. Dieses Schweigen läßt uns den Raum, das Geheimnis zu betrachten, zu studieren, ohne jemals zu denken, dass wir an sein Ende gekommen sind. Dies ist es, was Alphonse Ratisbonne verstanden und uns weitergegeben hat, und dies ist es, was wir seitdem an jedem 20. Januar in der großen Familie „Unserer Lieben Frau von Sion“ feiern. Sr Anne-Catherine Avril NDS Übersetzung: Sr. Kathy Wolff NDS

„Eine Kirche, die in sich ruhte, beginge Verrat“

Acht Jahre stand der Jesuitenpater David Neuhaus (55) als Patriarchalvikar an der Spitze der hebräischsprachigen Katholiken in Israel und leitete die Migrantenseelsorge. Mitte August trat er von seinem Amt zurück. Im Interview der Tagespost zieht der Jesuit mit südafrikanisch-jüdischen Wurzeln Bilanz. Pater Neuhaus, Ihr Engagement in der hebräischsprachigen Gemeinde geht weiter zurück als Ihre Ernennung zum Patriarchalvikar im Jahr 2009… Ich war zwölf Jahre in Vollzeit in der Gemeinde tätig, die sich in zwei Abschnitte gliedern: 2005 bis 2008 als Assistent des damals ernannten Patriarchalvikars Pierbattista Pizzaballa. Im September 2008 ernannte Patriarch Fouad Twal mich zum Koordinator der hebräischsprachigen Gemeinde und im März 2009 zum Patriarchalvikar. Ein Jahr später übernahm ich zusätzlich die Verantwortung für die Migrantenpastoral, ein Amt, das bis dahin nicht existierte. In welchem Zustand haben Sie 2005 die Gemeinde übernommen? Das Amt des Patriarchalvikars für die hebräischsprachigen Katholiken wurde 1990 eingerichtet, 2003 definierte der Heilige Stuhl seinen Sonderstatus. Mit mir war erstmals eine Person in Vollzeit für die Gemeinde beschäftigt, die zu der Zeit nicht sehr lebendig war. Patriarchalvikar Pizzaballa und ich …