Jahr: 2015

Wenn eine Ägypterin jodelt!

Den Jesuitenpater Werner Hebeisen besuchten kürzlich zwei Novizinnen der Sionsschwestern aus Ägypten und Guatemala. Gemeinsam wurde musiziert und auch gejodelt. Der Jesuit P. Werner Heb­eisen ist weit und breit als herausragender Musiker bekannt.  Kürzlich besuchten ihn zwei Novizinnen der Sionsschwestern, die auf dem Heimweg von ihrem Praktikum in Polen nach Jerusalem waren. Er machte Victoria Nabil aus Ägypten (links) und Alejandra Vásquez aus Guatemala mit den Grundbegriffen der Musik und einfachen Liedern vertraut. Um die ersten Hemmungen seiner Schülerinnen zu überwinden, eröffnete er den Workshop mit Jodler und „Juchuzzer“. Dann sangen sie einfache englischsprachige geistliche Lieder. P. Hebeisen war im Sommer bereits im Noviziat der Sionsschwestern in Jerusalem zu Gast, um mit den jungen Schwestern Gesänge einzuüben, die sie in ihrer pastoralen Arbeit einmal einsetzen können. Noviziatsleiterin ist Sr. Juliana Baldinger aus Meggenhofen. Autor: Josef Wallner Quelle: KIZ 2015/48 25.11.2015

„Jeder Mensch lächelt in derselben Sprache“

12. Oktober 2015 Die Gemeinschaft in Krakau wurde 2004 gegründet. Der 10. November war der offizielle Beginn der Gemeinschaft „Notre Dame de Sion“ in Krakau; das Datum steht in dem Begrüßungsschreiben von Krakaus Kardinal Franciszek Macharski. Sr. Ania (aus Polen) und Sr. Anne Denise (aus Frankreich) begannen den Aufbau der neuen Gemeinschaft in Krakau. Sie arbeiteten mit Christen, um ihnen auf verschiedene Weise die jüdischen Wurzeln des Christentums nahezubringen. Sie gestalteten spirituelle Einkehrtage im Zentrum für Dialog und Gebet in Auschwitz sowohl als auch in den verschiedenen Pfarren Polens. Auch im Gemeinschaftshaus gibt es regelmäßige Treffen. Sr. Ania lehrte 7 Jahre lang Religion in verschiedenen höheren Schulen Krakaus. Eine davon war eine Schule für eine protestantische Gemeinschaft. Das war eine Möglichkeit, die Arbeit mit jungen Menschen zu beginnen. Unsere Gemeinschaft ist auch eine Ausbildungsstätte für Sion. Einige Jahre lang war sie ein Noviziatshaus für die Europäische Region. Jetzt bietet sie zwei Novizinnen aus dem Noviziatshaus Jerusalem, Alejandra und Victoria, die Möglichkeit, Erfahrung in der Gemeinschaft zu sammeln. Wir, Alejandra (aus Guatemala) und Victoria (aus Ägypten), …

Krakau und die Jüdische Bevölkerung in Polen

Mein Name ist Alejandra, und ich bin aus Guatemala. Ich sammle apostolische Erfahrungen in Krakau. Ich habe einige Bücher gelesen, einige Synagogen und das jüdische Viertel in Krakau besucht, und ich arbeite als Freiwillige im Jüdischen Galizien-Museum mit. Zuerst möchte ich über die Geschichte der Juden in Krakau sprechen. Die ersten Juden, die auf dem Gebiet Polens ankamen, waren Geschäftsleute. Sie konnten Arabisch, Persisch, Griechisch, Spanisch und Slawische Sprachen, und ihre Ankunft geschah zur selben Zeit, wie der Polnische Staat entstand. Einer von ihnen war Ibrahim Ibn Jacob, der Autor des ersten größeren Berichtes über Polen. Interessanterweise hat er zum ersten Mal den Namen Krakau (Karako) erwähnt. Der Einfluss der Juden in Polen entstand vor allem durch ihre Verfolgung in Westeuropa, die während der Kreuzzüge zugenommen hatte. Die ersten Juden kamen 1097 oder 1098 nach Polen aus Prag und Deutschland. In der Mitte des 14. Jahrhunderts lebten sie in 35 schlesischen Städten. Wenn man sich die soziale Lage der Juden überlegt, fragt man sich: warum haben sie sich so gerne in Krakau niedergelassen? Das war …

Gedanken aus dem Ecce Homo, Oktober 2015

Ich grüße jeden von Euch mit einem schweren Herzen, während ich mit den Menschen dieses Landes durch die Territorien & Jerusalem gehe, in diesen Wochen der Gewalt. Ja, es ist eine Tragödie: was man durch Verhandlungen hätte kontrollieren können, hat sich in stündlich wiederkehrende Gewalt zwischen einer Gruppe junger aufgebrachter Palästinenser und den furchterfüllten israelischen Soldaten entwickelt. Nach drei Wochen der Gewalt und Angst sind die Menschen in Jerusalem müde und zutiefst beunruhigt, welchen Einfluss dieses Töten auf ihre Kinder haben wird. Die dritte Woche beginnt, und die Straßen der Altstadt füllen sich langsam wieder mit Touristen und Pilgern. Hier an der Via Dolorosa gehen Christen wieder den Kreuzweg und bringen eine friedliche Atmosphäre mit. Die Geschäfte im Souk öffnen, aber die Menschen sind vorsichtig; sie werden von schwer bewaffneten Soldaten bewacht, die auch sehr nervös sind. Sowohl jüdische als auch palästinensische Gemeinden leiden an der derzeitigen Lage. Die Ansässigen merken eine Zunahme der Security Checks, und für die Soldaten ist Furcht ihr ständiger Begleiter. Beiden ist klar, dass weitere Gewalt alle an einen Punkt …

Eine Wallfahrt nach Tschenstochau

Ich heiße Alejandra und bin aus Guatemala. Ich bin Novizin und ich lebe derzeit in Krakau mit drei Schwestern: Ania aus Polen, Anne Denise aus Frankreich und Victoria aus Ägypten – als Teil meiner apostolischen Ausbildung. Ich bin seit 3. Juli 2015 in Krakau und werde noch fünf Monate hier bleiben. Ich möchte hier meine Erfahrung von einer Wallfahrt nach Tschenstochau – zweihundert Kilometer von Krakau – mitteilen. Diese Wallfahrt wird von den Dominikanern in Krakau organisiert, die damit vor 24 Jahren begonnen haben. Zweitausend Personen gingen zu Fuß, in Gruppen von zweihundert: Junge, Behinderte, Familien und Kinder.Diese siebentägige Wallfahrt begann am Montag, den 3. und endete am Sonntag, den 9. August 2015. Wir gingen täglich 30 Kilometer zu Fuß. Warum ging ich auf diese Wallfahrt? Ich ging, weil Sr. Ania uns eingeladen hatte. Der erste Tag war nicht sehr anstrengend, aber der zweite und dritte waren sehr hart, denn es ist nicht so einfach, 30 Kilometer bei einer Temperatur von 37° C zu gehen. Ich dachte schon, ich müsste aufgeben, weil meine Füße müde …

Monat July in Krakau

Das Leben in Krakau seit 3 July 2015 ist bemerkenswert. Die Schwestern in Krakau hießen uns mit warmen und offenen Herzen, und voll Freude willkommen. Seit wir in der Gemeinschaft ankamen, tun die Schwestern ihr Bestes, damit wir uns wohl fühlen. Wir spüren ihre Liebe und Freundlichkeit auf verschiedene Weise: zum Beispiel sagen sie, wenn wir etwas brauchen, sollten wir einfach darum bitten. Sie sind auch interessiert an unseren Herkunftsländern, und sie zeigen uns, wie wir einfach miteinander leben können trotz des großen Alterunterschieds zwischen uns. Schwester Ania und Schwester Anne Denise leben schon zehn Jahre gemeinsam in dieser Gemeinschaft. Sie verständigten sich früher auf Französisch, aber jetzt wechselten sie uns zuliebe auf Englisch, so dass wir eine gemeinsame Sprache haben. Wie sehen wir Polen? Nun, wir können sagen, dass Polen ein schönes Land ist und voller Leben. Besonders die Menschen, die wir getroffen haben, sind so nett und freundlich. Es ist auch ein katholisches Land. Seit wir hier sind, gehen wir jeden Sonntag zur Messe in die Dominikanerkirche, und die ist voll Menschen. Die …